Patzer als Wendepunkt: Wie Werder Bremens Keeper Backhaus aus dem Fehler lernte
Patzer als Wendepunkt: Werder-Keeper Backhaus lernt aus Fehler

Patzer als Wendepunkt: Wie Werder Bremens Keeper Backhaus aus dem Fehler lernte

Es war eine Szene, die sich tief in das Gedächtnis aller Werder-Fans eingebrannt hat. Beim Stand von 0:0 ließ Torhüter Mio Backhaus (21) im Abstiegskrimi gegen den FC St. Pauli einen harmlosen Kopfball von Hauke Wahl durchflutschen. Das folgende 1:2 brachte die Bremer auf die Verliererstraße und markierte einen Tiefpunkt in der noch jungen Karriere des deutschen U21-Nationalkeepers.

Nach Abpfiff war Backhaus die Enttäuschung deutlich anzusehen – der Torwart kämpfte sogar mit den Tränen. Dabei hatte er bis zu diesem Moment zu den Lichtblicken in einer schwierigen Saison bei Werder Bremen gezählt.

Trainer Thioune setzt auf umgekehrte Psychologie

Um seinen jungen Schlussmann wieder aufzubauen, griff Trainer Daniel Thioune (51) zu einer ungewöhnlichen Methode. Statt den Fehler zu analysieren, konzentrierte er sich in der Nachbereitung auf das Positive. „Es ging in der Analyse nicht darum, ihm zu zeigen, was er falsch gemacht, sondern was er in dieser Saison schon alles gut gemacht hat“, erklärte der Coach nach der Niederlage.

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Diese Maßnahme zeigte Wirkung. „Er hätte das letzte Woche sicherlich nicht gebraucht, aber für seine Entwicklung war es im Nachhinein vielleicht gar nicht so schlecht. Dieses Erlebnis hat ihn eher nach vorn gebracht als zurückgeworfen“, resümierte Thioune nach dem 2:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim.

Erster sauberer Kasten seit Wochen

Im Spiel gegen Heidenheim war Backhaus zwar stellenweise noch verunsichert, doch er hielt seinen Kasten erstmals seit dem 15. Spieltag (0:0 gegen Augsburg) sauber. Für Thioune ein bewegender Moment: „Für solch einen jungen Spieler muss sich das unglaublich anfühlen. Wenn ich jetzt daran denke, bekomme ich Gänsehaut.“

Großen Anteil an der Rückkehr zur alten Stärke hatten Torwarttrainer Christian „Kiki“ Vander und das gesamte Team. Thioune lobte den Zusammenhalt: „Der Umgang der Mannschaft mit Mio war unter der Woche richtig klasse. Ein großes Lob gilt aber auch Kiki Vander. Man hat gesehen, wie eng die beiden miteinander verbunden sind. Da geht einem als Trainer das Herz auf.“

Backhaus dankt für Unterstützung

Nach dem wichtigen Sieg meldete sich auch Backhaus selbst zu Wort. Auf Instagram schrieb der Torhüter: „DANKE an JEDEN, der die letzten Tage hinter mir stand. Geiles Gefühl und zehn Spiele noch. Maximum gemeinsam rausholen!!!“

Die ungewöhnliche Trainerstrategie und der Teamzusammenhalt haben somit aus einem vermeintlichen Karriereknick einen Entwicklungsschub gemacht. Für Werder Bremen und Mio Backhaus könnte der Patzer gegen St. Pauli am Ende sogar zu einem wichtigen Wendepunkt werden.

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