PDC schließt Transgender-Athletinnen von Frauenturnieren aus: Neue Richtlinien in Kraft
PDC schließt Transgender-Athletinnen von Frauenturnieren aus

PDC führt strikte Richtlinien für Frauenturniere ein: Nur biologische Frauen zugelassen

Die Professional Darts Corporation (PDC) hat mit sofortiger Wirkung neue Richtlinien für ihre Frauenturniere eingeführt. Künftig dürfen ausschließlich sogenannte biologische Frauen an diesen Wettbewerben teilnehmen. Diese Regelung, die von der Darts Regulation Authority (DRA) entwickelt und am Donnerstag in Kraft getreten ist, schließt Transgender-Athletinnen explizit aus.

Konsequenzen für WM-Teilnehmerin van Leuven

Die niederländische Dartspielerin Noa-Lynn van Leuven, die sowohl 2025 als auch 2026 an der Weltmeisterschaft im Londoner Ally Pally teilnahm, ist von dieser Regelung direkt betroffen. Die 29-jährige Athletin, die ihre Transition zur Frau im Jahr 2022 abgeschlossen hatte, wird somit nicht mehr an der PDC Women's Series teilnehmen können. Van Leuven hatte in dieser Serie insgesamt sechs Turniere gewonnen und galt als eine der erfolgreichsten Spielerinnen.

Allerdings bleibt van Leuven weiterhin für offene Turniere qualifiziert. Dazu zählen die Weltmeisterschaft sowie alle anderen Major-Turniere der PDC, bei denen keine geschlechtsspezifischen Einschränkungen gelten. Diese Unterscheidung zwischen geschlossenen Frauenturnieren und offenen Wettbewerben markiert eine klare Abgrenzung in der Teilnahmepolitik des Verbandes.

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Wissenschaftliche Grundlage und regelmäßige Überprüfung

Die neuen Richtlinien für Trans- und geschlechtsdiverse Personen basieren laut DRA-Angaben auf einem wissenschaftlichen Bericht der akademischen Entwicklungsbiologin Dr. Emma Hilton. Dieser Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich mehrere Geschlechtsunterschiede geringen Ausmaßes summieren und zu einem Vorteil der Männer gegenüber den Frauen im Dartssport führen können. Daraus leitet die DRA ab, dass Darts als geschlechtsspezifische Sportart zu betrachten sei.

Die DRA hat zudem angekündigt, die Teilnahmebedingungen mindestens einmal jährlich zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Welche konkreten Testverfahren, wie beispielsweise das vom Internationalen Olympischen Komitee (IPC) eingeführte SRY-Gen-Screening, künftig angewendet werden sollen, wurde jedoch nicht detailliert mitgeteilt.

Vorgeschichte und Reaktionen aus der Spielerinnenschaft

Die Diskussion um die Teilnahme von Transgender-Athletinnen an Frauenturnieren hatte in der Darts-Szene bereits zuvor für Kontroversen gesorgt. Im vergangenen Jahr weigerten sich zwei Teamkolleginnen aus der niederländischen Nationalmannschaft, mit van Leuven zusammenzuspielen, was deutliche Spannungen innerhalb des Teams offenbarte.

Die britische Dartspielerin Deta Hedman zog ihre Teilnahme an mehreren Turnieren zurück, als sie auf van Leuven treffen sollte. Diese Vorfälle zeigen, dass die Debatte um faire Wettbewerbsbedingungen im Frauendarts bereits seit längerem geführt wird und nun durch die offiziellen Richtlinien eine verbindliche Regelung erfahren hat.

Die neuen Bestimmungen markieren einen bedeutenden Wendepunkt in der Teilnahmepolitik der Professional Darts Corporation und werfen grundsätzliche Fragen zur Inklusion und Fairness im professionellen Sport auf. Während einige Spielerinnen die Entscheidung begrüßen dürften, stellt sie für andere Athletinnen eine erhebliche Einschränkung ihrer sportlichen Möglichkeiten dar.

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