Peter Meyer: Der verletzungsgepeinigte Torjäger und seine unvollendete Karriere
Peter Meyer: Torjäger-Legende mit unvollendeter Karriere

Peter Meyer: Eine Fußballkarriere, die zu früh endete

Der frühere Nationalstürmer Peter Meyer ist im Alter von 85 Jahren verstorben, nur wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag am 18. Februar. Meyer, der als Rekordtorschütze von Fortuna Düsseldorf in die Geschichte einging, hinterlässt eine bewegende und zugleich tragische Fußballbiografie, die von einem verheerenden Verletzungspech überschattet wurde.

Der spektakuläre Aufstieg und der jähe Fall

In der Saison 1967/68 schrieb Peter Meyer Bundesligageschichte, als er in der Hinrunde sensationelle 19 Tore für Borussia Mönchengladbach erzielte. Diese Bestmarke wurde in den fast sechs Jahrzehnten seither nur von drei Spielern übertroffen: Gerd Müller, Robert Lewandowski und Harry Kane. Meyers Torjägerqualitäten schienen unaufhaltsam, doch am 9. Januar 1968 nahm seine Karriere eine dramatische Wende.

Bei einem Demonstrationstraining in der Sportschule Duisburg-Wedau, auf tiefgefrorenem Boden, fiel Gladbachs Torhüter Volker Danner auf Meyers rechtes Bein. Ein lautes Knacken, das Meyer später als Geräusch „einer gebrochenen Holzlatte“ beschrieb, signalisierte den Bruch von Schien- und Wadenbein. Zunächst ging der Stürmer von einer zweimonatigen Pause aus, doch die Verletzung erwies sich als karrierebeendend.

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Das gescheiterte Comeback und der theoretische Meistertitel

Fast zwei Jahre später, am zweiten Spieltag der Saison 1969/70, versuchte Meyer ein Comeback im Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Bayern München. Beim Stand von 0:1 wurde er zur Pause ausgewechselt; der Schmerz war zu groß. Sein Ersatzmann Werner Kaiser erzielte kurz nach der Einwechslung den Ausgleich, und Gladbach siegte mit 2:1. Meyer hatte jedoch keinen Anteil an diesem Erfolg oder am Gewinn des Meistertitels, den die Borussen am Saisonende feierten. Unmittelbar nach dem Spiel bat er um Vertragsauflösung.

„Mit Peter Meyer wären wir vielleicht schon früher Meister geworden“, sagte sein früherer Sturmpartner Herbert Laumen, der ihn als „unheimlichen Draufgänger“ beschrieb, der vor nichts Angst hatte. Laumen betonte, dass Meyers Verletzung einen möglichen früheren Titelgewinn verhinderte.

Von Fortuna Düsseldorf zur Nationalmannschaft

Bevor Meyer zu Gladbach wechselte, hatte er bei Fortuna Düsseldorf bereits Geschichte geschrieben. Mit 119 Toren in 174 Spielen ist er bis heute Rekordtorschütze des Vereins. 1962 stand er mit der Fortuna im Pokalfinale, und 1966 trug er maßgeblich zum Aufstieg in die Bundesliga bei. Sein Wechsel zu Borussia Mönchengladbach im Alter von 27 Jahren erfolgte überraschend, nachdem Spielmacher Günter Netzer ihn in seiner Düsseldorfer Werkstatt aufsuchte.

Sein Debüt für Gladbach war spektakulär: Gegen Schalke erzielte er drei Tore zum 4:3-Auswärtssieg. Nach nur vier Spielen hatte er bereits neun Treffer auf dem Konto. Die „Westdeutsche Zeitung“ schrieb damals: „Der Pitter kennt seinen Fahrplan, bei dem die Ampeln unentwegt auf Grün stehen.“ Gladbachs Fans feierten ihn mit dem Sprechchor: „Keine Feier ohne Meyer“.

Seine Leistungen brachten ihm sogar ein Länderspieldebüt in der Nationalmannschaft am 17. Dezember 1967 ein, das jedoch mit einem 0:0 gegen Albanien und der verpassten EM-Qualifikation endete.

Ein Vermächtnis der Unvollendetheit

Peter Meyer reflektierte später über seine kurze, aber intensive Karriere: „Ich glaube, das hätte bis zum Saisonende einen Torrekord gegeben, der heute noch bestehen würde.“ Stattdessen wurde seine Laufbahn durch den Beinbruch abrupt beendet, und er kehrte nie wieder zu alter Stärke zurück. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, in der er als einer der talentiertesten Torjäger seiner Zeit galt, dessen Potenzial nie vollständig ausgeschöpft werden konnte.

Seine Geschichte erinnert an die Fragilität sportlicher Karrieren und die unberechenbaren Wendungen des Schicksals. Peter Meyer bleibt in Erinnerung als ein Fußballer, dessen Stern zu früh erlosch, aber dessen Leistungen in der Bundesliga und bei Fortuna Düsseldorf unvergessen sind.

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