Spektakuläres Pokal-Viertelfinale in Kroatien mit historischer Nachspielzeit
Im kroatischen Pokalwettbewerb hat sich am Mittwochabend ein Fußball-Drama der besonderen Art abgespielt. Das Viertelfinale zwischen HNK Rijeka und Hajduk Split entwickelte sich zu einer Partie mit surrealen Wendungen, die vor allem in der extrem verlängerten Nachspielzeit ihren Höhepunkt fand. Am Ende setzte sich der Heimverein Rijeka mit 3:2 (1:0) durch und zog ins Halbfinale ein.
Ex-Bayern-Profi Dantas gleicht vom Elfmeterpunkt aus
Eine zentrale Rolle in diesem aufregenden Spiel spielte Tiago Dantas, der ehemalige Bayern München-Profi. Der Portugiese, der in der Saison 2020/21 unter Trainer Hansi Flick lediglich zwei Einsätze für die Münchner absolvierte und seit 2025 für Rijeka spielt, zeigte Nervenstärke in der 58. Minute. Nach einer VAR-Entscheidung bekam Rijeka einen Elfmeter zugesprochen, den Dantas sicher verwandelte und damit den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 erzielte.
Feuerwerke und Pyrotechnik sorgen für lange Unterbrechungen
Die Partie war jedoch nicht nur sportlich hochdramatisch, sondern wurde auch durch mehrere Zwischenfälle im Stadion geprägt. In der zweiten Halbzeit sorgten Feuerwerke der Heimfans für eine dichte Rauchwolke, die zu einer fünfminütigen Spielunterbrechung führte. Nur kurze Zeit später, in der 75. Minute, eskalierte die Situation erneut, als Hajduk-Fans Pyrotechnik zündeten und Leuchtraketen von der Tribüne abschossen. Erst nach weiteren sechs Minuten Pause konnte das Spiel fortgesetzt werden.
Surreale Nachspielzeit mit drei späten Treffern
Aufgrund dieser zahlreichen Unterbrechungen wurden zunächst 14 Minuten Nachspielzeit angezeigt – doch das war erst der Beginn einer unglaublichen Schlussphase. In der 95. Minute schien Hajduk Split durch Roko Brajković den Siegtreffer erzielt zu haben, doch Rijeka gab nicht auf.
In der 104. Spielminute ging Ante Matej Jurić nach einem Zweikampf mit Ron Raci im Strafraum von Hajduk zu Boden. Nach minutenlangem VAR-Check entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Rijeka. Toni Fruk trat an, sein Schuss wurde vom Torhüter pariert, doch den Abpraller köpfte der Spieler selbst zum 2:2 ein.
Nur zwei Minuten später vollendete Gabriel Rukavina einen Konter zum 3:2 für Rijeka und besiegelte damit den Einzug ins Halbfinale. Insgesamt dauerte die Nachspielzeit aufgrund der dramatischen Ereignisse sogar noch länger als ursprünglich angezeigt.
Medien sprechen von "unglaublicher Wende"
Die kroatische Tageszeitung Slobodna Dalmacija titelte nach dem Spiel von einer "unglaublichen Wende". Das Portal Sportklub sprach von "surrealen Ereignissen und Wendungen", die dieses Viertelfinale zu einem unvergesslichen Fußballereignis machten. Neben dem späten Doppelschlag von Rijeka war auch ein Tor von Hajduk Split betroffen: Ante Rebic, ehemaliger Spieler von Eintracht Frankfurt, sah seinen Treffer zum vermeintlichen 2:0 in der 43. Minute nach Videobeweis aberkannt.
Rokas Pukstas hatte Hajduk Split bereits in der 25. Minute mit 1:0 in Führung gebracht, doch am Ende reichte es nicht für den Einzug ins Halbfinale. Für HNK Rijeka bedeutet der Sieg dagegen die Chance auf den Pokaltitel, während Hajduk Split enttäuscht die Heimreise antreten muss.



