Polizei befürchtet Angriffe bei Viertliga-Derby: 1000 Beamte im Einsatz für Chemie Leipzig gegen Hallescher FC
Polizei befürchtet Angriffe bei Viertliga-Derby in Leipzig

Massiver Polizeieinsatz bei Ost-Derby: Sicherheitsbehörden warnen vor Angriffen auf Beamte

Die Sicherheitsbehörden bereiten sich auf ein äußerst brisantes Fußballspiel in der Regionalliga Nordost vor. Beim Ost-Derby zwischen BSG Chemie Leipzig und dem Hallescher FC am Sonntag um 14 Uhr im Alfred-Kunze-Sportpark werden rund 1000 Polizeibeamte im Einsatz sein. Die Stadt Leipzig hat eine Allgemeinverfügung erlassen, in der vor einer konkreten Gefahr für Leib und Leben von Personen im Umfeld des Stadions gewarnt wird.

Konkrete Gefahr für Einsatzkräfte und Zuschauer

In der offiziellen Verfügung heißt es deutlich: "Es besteht mithin die konkrete Gefahr, dass es im weiten Umfeld des Alfred-Kunze-Sportparks zu einer erheblichen Gefahr für Leib und Leben von Personen kommt." Die Behörden fürchten, dass Polizeibeamte aktiv angegriffen werden könnten und dass Besucher sowie unbeteiligte Personen erheblich verletzt werden könnten.

Zur Absicherung des Hochrisikospiels werden nicht nur Hundertschaften der Bereitschaftspolizei eingesetzt, sondern auch Wasserwerfer, Hubschrauber und Drohnen. Die verfeindeten Fanlager sollen rigoros getrennt werden, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

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Umfangreiche Verbote und Sicherheitsmaßnahmen

Die Allgemeinverfügung listet zahlreiche verbotene Gegenstände auf, die bei vorherigen Begegnungen bei gewaltbereiten Fans entdeckt wurden:

  • Baseballschläger und mit Quarzsand gefüllte Handschuhe
  • Latten, Stangen und Reizstoffsprühgeräte
  • Protektoren und ausgepolsterte Kleidungsstücke
  • Schutzwesten und verschiedene helmartige Kopfbedeckungen

Einsatzleiter Frank Gurke (55) führt den brisanten Polizeieinsatz und muss die verfeindeten Fanlager konsequent trennen. Die Behörden betonen, dass kommunikative Maßnahmen bei der betreffenden Klientel kaum Wirkung zeigen würden.

Vorgeschichte mit chaotischen Szenen

Die angespannte Sicherheitslage hat eine deutliche Vorgeschichte. Beim Hinspiel im September 2025 in Halle waren Anhänger des Hallescher FC auf das Spielfeld gerannt und hatten sich mit Spielern von Chemie Leipzig geprügelt. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes verhängte daraufhin gegen den HFC eine Geldstrafe von 32.150 Euro und eine Blocksperre auf Bewährung. Chemie Leipzig erhielt eine Geldstrafe von 21.700 Euro.

Ein weiterer möglicher Konfliktfaktor ist der Brandanschlag auf den Mannschaftsbus der U19 des Hallescher FC im Januar 2026. Der Bus war nach einem Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt abgefackelt worden. In der Risikofanszene des Hallescher FC kursieren Spekulationen über eine mögliche Tatbeteiligung verfeindeter Risikofanszenen, möglicherweise als Rache für die Vorfälle beim Hinspiel.

Erwartete Eskalation und zusätzliche Gefahren

Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (51, Linke) warnt in der Verfügung: "Mit zunehmender Alkoholisierung steigern sich die Sicherheitsstörungen und die bereits geringe Kooperationsbereitschaft der anwesenden Personen sinkt." Die Behörden rechnen damit, dass es wiederholt zu Übergriffen auf die Einsatzkräfte kommt und sich diese dabei verletzen werden.

Eine zusätzliche Gefahr sieht die Polizei Sachsen in einem gemeinsamen "Auflaufen" der HFC-Anhänger mit Fans von Lok Leipzig, dem Stadtrivalen von Chemie Leipzig. Die Sicherheitsbehörden warnen: "Bei einem Aufeinandertreffen der verfeindeten Gruppierungen ist mit sofortigen körperlichen Auseinandersetzungen zu rechnen."

Vor diesem Hintergrund betonen die Verantwortlichen, dass eine gesteigerte Polizeipräsenz und die Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen nicht als milderes Mittel in Betracht zu ziehen seien. Der massive Sicherheitsaufwand erscheint angesichts der konkreten Gefahrenlage als notwendige Vorsichtsmaßnahme.

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