Polizeigewerkschaft fordert nach Magdeburger Fan-Krawall drastische Maßnahmen
Nach den schweren Ausschreitungen beim Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden Ende Januar hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Sachsen-Anhalt umfassende und konsequente Maßnahmen gefordert. Die Sicherheitslage in bestimmten Fußballstadien bereitet seit Jahren erhebliche Sorgen, wie der DPolG-Landesverband in einer aktuellen Mitteilung betonte.
Forderungen nach Geisterspielen und lebenslangen Stadionverboten
Trotz zahlreicher Gespräche, Ankündigungen und öffentlicher Bekenntnisse seien bislang keine geeigneten Maßnahmen umgesetzt worden. „Dieser Zustand ist aus unserer Sicht nicht länger hinnehmbar“, erklärte die Gewerkschaft. Gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) habe sich die DPolG für die Durchführung von Geisterspielen eingesetzt, wobei die endgültige Entscheidung bei den Gerichtsbarkeiten der Verbände liege.
Vom 1. FC Magdeburg fordert die Gewerkschaft konkrete Schritte:
- Lebenslange Stadionverbote für Gewalttäter
- Einführung personalisierter Tickets
- Flächendeckende intelligente Videoüberwachung im Stadion
Über 70 verletzte Polizisten bei massiven Ausschreitungen
Bei den massiven Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei Ende Januar in Magdeburg wurden über 70 Polizisten verletzt. Die Beamten wurden teilweise mit Gullydeckeln und Steinplatten angegriffen. Laut Angaben von Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) erlitten Polizisten erhebliche Kopfverletzungen bis hin zu Schädel-Hirn-Trauma-Diagnosen.
Ein 29-Jähriger aus Aschersleben wurde festgenommen. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt.
Kosten für Polizeieinsätze sollen Veranstalter tragen
Nach Auffassung der Gewerkschaft sollten außerdem die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen dem Veranstalter in Rechnung gestellt werden. Damit würden diese Kosten nicht länger vom Steuerzahler getragen, was nach Ansicht der DPolG zu einer höheren Verantwortung der Vereine führen könnte.
Die Polizeigewerkschaft betonte, dass die jüngsten Vorfälle in Magdeburg ein deutliches Signal seien, dass die bisherigen Sicherheitskonzepte nicht ausreichen. Es bedarf dringend struktureller Veränderungen, um die Sicherheit von Polizeibeamten und friedlichen Fans zu gewährleisten.



