Trainer-Duell im Nord-Derby: Polzin und Thioune - Gegner mit tiefer Freundschaft
Polzin gegen Thioune: Trainer-Duell mit tiefer Freundschaft

Trainer-Freundschaft im Fokus des Nord-Derbys

Das Nord-Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am Samstag um 15:30 Uhr wird nicht nur ein sportliches Kräftemessen, sondern auch ein ganz besonderes Trainer-Duell. Daniel Thioune (51) und Merlin Polzin (35) stehen sich als Gegner gegenüber – doch sie sind weit mehr als das. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte und eine tiefe Freundschaft, die auch den Wettkampfcharakter des Derbys überdauern soll.

Eine gemeinsame Reise durch den Profifußball

Die Verbindung zwischen Thioune und Polzin reicht bis ins Jahr 2014 zurück. Damals holte Thioune den jungen Polzin in den Trainerstab der U17-Mannschaft des VfL Osnabrück. Diese Zusammenarbeit entwickelte sich zu einer erfolgreichen Partnerschaft, die beide Trainer später zu den Profis des Vereins führte. Im Jahr 2020 wechselten sie gemeinsam zum Hamburger SV, wo ihre Wege sich jedoch bald wieder trennten.

Für Daniel Thioune endete das Engagement in Hamburg bereits im Mai 2021, während Merlin Polzin als Assistenztrainer beim HSV blieb. Seine Loyalität und Arbeit wurden im Dezember 2024 belohnt, als er zum Chef-Trainer der Hamburger befördert wurde. Thioune fand im Februar 2025 eine neue Herausforderung bei Werder Bremen, nachdem er zuvor Fortuna Düsseldorf trainiert hatte.

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Das erste Aufeinandertreffen und gegenseitiger Respekt

Das Derby am Samstag markiert bereits das zweite direkte Duell der beiden Trainer. Im März 2025 trafen sie sich erstmals, als Polzins HSV Thiounes Fortuna Düsseldorf in der 2. Liga mit 4:1 besiegte. Trotz dieser Niederlage bleibt der gegenseitige Respekt ungebrochen.

Merlin Polzin betont: „Ich habe Daniel sehr, sehr viel zu verdanken. Wir hatten gemeinsam eine tolle Reise, er hat mir die Chance gegeben, im Profifußball zu landen. Von ihm als Persönlichkeit habe ich sehr viel übernehmen dürfen.“ Diese Wertschätzung soll auch dann Bestand haben, wenn es im Derby hoch hergeht. Polzin ist überzeugt: „Die Freundschaft hält das auf jeden Fall aus.“

Unterschiedliche Herangehensweisen und Einschätzungen

Während das Hinspiel in dieser Saison mit einem 3:2-Sieg des HSV endete – damals trainierte Horst Steffen (57) noch Werder Bremen – stehen sich nun zwei Trainer gegenüber, die sich bestens kennen. Polzin zeigte im ersten Duell ungewöhnliche Methoden, indem er seine Mannschaft vor Anpfiff zu einem Fußmarsch durch die Fans animierte.

Der ehemalige HSV- und Werder-Profi Aaron Hunt (39) äußert sich differenziert zu beiden Trainern: „Thioune hat meiner Meinung nach in Bremen keine große Aufbruchstimmung erzeugt. Und wenn, ist sie schon verpufft. Ich muss schon sagen, dass mich Polzin und die Arbeit seines Trainerteams positiv überrascht haben. Mir gefällt Polzins Herangehensweise bei den Spielen. Der HSV spielt als Aufsteiger eine gute und solide Saison.“

Ein kurioser Versprecher und gemeinsame Wünsche

Dass die Verbindung zum HSV bei Daniel Thioune noch immer präsent ist, offenbarte sich nach der 1:3-Niederlage in Köln durch einen kuriosen Versprecher. Thioune sagte: „Wenn wir am Wochenende gegen Bremen gewinnen, ist die Welt vielleicht wieder ein bisschen rosiger.“ Eigentlich meinte er natürlich den Sieg gegen den HSV – doch die Verwechslung der Vereinsnamen zeigt, wie tief die Hamburger Zeit in ihm verwurzelt ist.

Sein Freund und Kontrahent Merlin Polzin würde diesen Wunsch nach einem HSV-Sieg jedenfalls sofort unterschreiben. Das Nord-Derby verspricht somit nicht nur spannenden Fußball, sondern auch die besondere Geschichte zweier Trainer, deren Freundschaft den sportlichen Wettkampf überstrahlt.

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