Portugal hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft den Gruppensieg verpasst. Das Team um Superstar Cristiano Ronaldo kam gegen Kolumbien nicht über ein glückliches 0:0 hinaus. Nach nur einem Sieg in drei Vorrundenspielen reichte es nur zum zweiten Platz in der Gruppe K. Trainer Roberto Martinez zeigte sich dennoch optimistisch: „Es gibt bei der WM keine Mannschaft, die jedes Spiel mit 3:0 gewinnt. So funktioniert Fußball nicht“, sagte der Spanier. Er bezeichnete die Partie als „wertvollen Test“, nach dem man sich besser vorbereitet fühle.
Glücklicher Punktgewinn für Portugal
Kolumbien dominierte die Partie in nahezu jeder Hinsicht. Die Südamerikaner hatten 24:13 Torschüsse und 5:2 Großchancen. Portugals Torwart Diogo Costa wurde zum besten Spieler der Partie gewählt. In der Nachspielzeit hatten Ronaldo und Co. großes Glück, als ein Kopfballtor von Davinson Sánchez wegen einer Fußspitze im Abseits nicht gegeben wurde (90.+1). „Ich hätte das Spiel lieber gewonnen und meine Auszeichnung gegen einen Sieg eingetauscht“, sagte Costa, der Schlussmann des FC Porto. „Wir haben uns phasenweise zu sehr von der emotionalen Seite des Spiels mitreißen lassen, anstatt die Kontrolle zu behalten. Das führte zeitweise zu Unordnung.“
Ronaldo stellt Rekord ein, bleibt aber blass
Für Cristiano Ronaldo war es der 25. WM-Einsatz, womit er mit Lothar Matthäus gleichzog. Doch der 41-Jährige zeigte eine schwache Leistung. Das Problem der portugiesischen Mannschaft: Aus vielen klangvollen Namen gelingt es nicht, einen stimmigen Verbund zu bilden. Spielen Ronaldo und João Félix vorne, fehlen Tempo und Tiefgang. Rückt Rafael Leão an die Seite des alternden Stars, spielt Portugal in der Rückwärtsbewegung praktisch nur zu neunt.
Kolumbien auf leichtem Weg, Portugal vor schweren Aufgaben
Kolumbien sicherte sich durch den Gruppensieg einen vermeintlich leichteren Turnierverlauf. Nächster Gegner ist Ghana (Samstag, 4. Juli, 3.30 Uhr). Danach geht es im Erfolgsfall gegen die Schweiz oder Algerien weiter. Portugal hingegen trifft als Nächstes auf Kroatien – und das nach Ortszeit Toronto nur einen Abend vor dem ersten Todestag des Stürmers Diogo Jota. Dahinter lauert Spanien in einem möglichen Achtelfinal-Duell. Der aktuelle WM-Dritte und amtierende Europameister sind ein hoher Preis für den zweiten Gruppenplatz. Trainer Martinez sieht die K.o.-Phase jedoch als Neuanfang: „Jetzt beginnt ein neues Turnier. In den ersten drei Spielen geht es nur darum, diese Aufgabe zu bestehen und zu wachsen. Das haben wir getan!“



