Superstar Cristiano Ronaldo ist mit Portugal nur sehr verhalten in seine sechste Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Die als Mitfavorit gehandelte Mannschaft kam gegen den Außenseiter Demokratische Republik Kongo nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Rund 16 Stunden nach dem Galaauftritt seines ewigen Rivalen Lionel Messi mit drei Toren blieb Ronaldo über weite Strecken unauffällig und ohne Treffer und Sieg.
Frühe Führung, später Ausgleich
João Neves brachte Portugal zwar früh in Führung (6. Minute). Der Ausgleich durch Yoane Wissa (45.+5) bestrafte den Europameister von 2016 jedoch dafür, zunehmend das Tempo aus dem Spiel genommen zu haben. Der Hype um den früheren Weltfußballer Ronaldo war schon lange vor dem Anstoß im Stadion in Houston allgegenwärtig. Tausende Fans trugen Trikots mit der Nummer 7. Als der 41-Jährige zum Aufwärmen den Rasen betrat, brandete großer Jubel auf. Portugals Trainer Roberto Martínez bezeichnete Ronaldo vor der Partie als „eine Ikone des Weltfußballs“.
Portugal mit mehr als nur Ronaldo
Anders als bei vergangenen Weltmeisterschaften bietet Portugal bei dieser Endrunde mehr als nur den Superstar. Nach dem Triumph in der Nations League im vergangenen Jahr entwickelte sich eine Mannschaft voller Spieler von internationaler Klasse. Das Mittelfeld mit Vitinha und Neves von Paris Saint-Germain gehört zu den besten der Welt. Entsprechend übernahmen die Portugiesen von Beginn an die Spielkontrolle. Insbesondere über die Außen näherte sich der Europameister von 2016 immer wieder dem kongolesischen Tor – auch nach der Führung. Ronaldo lauerte im Zentrum auf Flanken, weite Wege ging er wie gewohnt nicht mehr.
Kritik an Ronaldos Rolle
Der mit 41 Jahren und 132 Tagen älteste jemals in einer WM-Startelf eingesetzte Profi sei für das Offensivspiel unverzichtbar, betonte Martínez. Dass Kritiker das anders sehen, erwähnte ZDF-Experte Christoph Kramer: Die portugiesische Mannschaft sei „so mit Weltklasse gespickt, dass er ihnen auch ein bisschen was nehmen kann“, sagte der Weltmeister von 2014.
Kongo überrascht mit Ausgleich
Außenseiter Kongo war bis kurz vor der Halbzeitpause nicht unbedingt der Gegner, der Portugal ernsthaft forderte. Doch nach einer Ecke gelang Wissa per Kopf der Ausgleich. Die wenigen kongolesischen Fans in der Arena jubelten lautstark. Wegen Ebola-Einreisebeschränkungen der US-Behörden konnten kaum Menschen aus dem Kongo anreisen. Der Gegentreffer traf die Portugiesen kalt und war die Quittung für zu viel Selbstzufriedenheit in den vorausgegangenen Minuten.
Portugal drängt, aber ohne Erfolg
In der zweiten Halbzeit drängte Portugal auf den zweiten Treffer. Ein scheinbares Tor durch einen Fallrückzieher von João Cancelo (nicht Ronaldo) zählte wegen Abseits nicht (55.). Danach lief dem Mitfavoriten zunehmend die Zeit davon. Die kongolesische Abwehr stellte sich besser auf das Kurzpassspiel Portugals ein. Ein Abschluss von Ronaldo im Strafraum ging am Tor vorbei (67.), ein weiterer Schuss war zu hoch (74.). Auch Bruno Fernandes‘ Distanzschuss in der Schlussminute blieb erfolglos.



