Preußen Münster vor schwerem Auswärtstest in Düsseldorf
Vor der anspruchsvollen Auswärtspartie bei Fortuna Düsseldorf sollte der Glaube an die eigene Stärke beim Zweitligisten Preußen Münster weitaus ausgeprägter sein als jeglicher Aberglaube. Damit der Freitag, der 13., als Austragungsdatum kein schlechtes Omen darstellt, müssen die Münsteraner endlich wieder zu alter Stärke finden.
Dringend benötigter Dreier gegen den Absturz
Fest steht: Nach sieben sieglosen Auftritten in Serie benötigt die Mannschaft von Trainer Alexander Ende dringend einen Dreier, um nicht frühzeitig den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu verlieren. Bei einer weiteren Pleite droht sogar der Absturz auf den vorletzten Platz. Ende, der in der Merkur-Spiel-Arena auf die Unterstützung seines Co-Trainers Zlatko Muhovic verzichten muss, gesteht ein: „Ja, die Ergebnisse der letzten Wochen waren sicherlich nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten.“
Trotzdem will er jetzt nicht alles über den Haufen werfen, sondern seinem System treu bleiben. Allerdings soll dieses besser ausgespielt werden als beim Heim-1:1 gegen Bochum am vergangenen Wochenende. Damals wurden von hinten heraus viel zu viele lange Bälle auf Winter-Zugang Imad Rondic im Sturmzentrum geschlagen, und das eigentlich starke Mittelfeld wurde kaum einbezogen.
Endes Drei-Punkte-Ansage für das Düsseldorf-Duell
Deshalb lautet Endes Ansage vor dem Düsseldorf-Kracher: „Erstens müssen wir wieder selbstbestimmt Fußball spielen. Zweitens mutiger sein und drittens in unserer Aufstellung und Ordnung bleiben.“ Denn gerade gegen einen starken VfL Bochum war die Ordnung frühzeitig verloren gegangen, weil die Gäste unerwartet hoch pressten.
Auf die Frage, womit er bei der Fortuna rechnet, antwortet Ende ehrlich: „Keine Ahnung. Die Gegner wollen unseren Facetten begegnen. Ich weiß aber nicht, wie Düsseldorf gegen uns agieren wird. Doch wir sind auf alles vorbereitet, haben im Laufe der Saison schon gegen die verschiedenen Systeme gespielt.“ Und dann fügt er hinzu: „Das Wichtigste ist ohnehin, dass wir uns voll und ganz auf uns konzentrieren.“
Fans und personelle Herausforderungen
Knapp 7000 Preußen-Anhänger werden ihre Mannschaft nach Düsseldorf begleiten, um sie in der Merkur-Spiel-Arena lautstark zu unterstützen. Die Fortuna hingegen hat die letzten drei Heimspiele allesamt gewonnen und präsentiert sich nach einer katastrophalen Hinrunde inzwischen wieder mit breiterer Brust. Ende betont: „Ich habe zu 100 Prozent damit gerechnet, dass Düsseldorf höher stehen würde. Zum Kreis der Aufstiegskandidaten gehört.“
Personell gibt es einige Entscheidungen zu treffen: Nach auskurierter Wadenzerrung ist Mikkel Kirkeskov wieder mit an Bord, doch Ende lässt offen, ob der Däne oder Marco Meyerhöfer als Linksverteidiger aufläuft. Sicher ist, dass Innenverteidiger Jannis Heuer nach abgebrummter Gelbsperre neben Abwehrchef Paul Jaeckel in der Startelf steht. Weiterhin fehlen jedoch Yassine Bouchama, Oscar Vilhelmsson, Joshua Mees, Lars Lokotsch, Simon Scherder, Antonio Tikvic und Malik Batmaz.
Karneval und Ausblick
Weil in Düsseldorf der Straßenkarneval tobt, haben die Preußen ein Team-Hotel abseits des großen Trubels ausgewählt, aber dennoch nah genug an der Spielstätte. Egal, ob die Mannschaft nach Abpfiff mit drei, einem oder ohne Punkte den Heimweg antritt – am Rosenmontag gibt es auf jeden Fall frei. Ende erklärt: „Ich halte grundsätzlich nichts von Bestrafungen. Da wir nach Düsseldorf eine lange Woche haben, ist der Trainingsstart ohnehin erst für Dienstag angesetzt.“
Klar ist aber auch: Ausgelassener würde es sich feiern lassen, wenn die Preußen zuvor gegen die Fortuna dem Aberglauben vom Freitag, dem 13., erfolgreich trotzen könnten. Die Zweikampfstärke, wie sie von Rechtsverteidiger Jano ter Horst gezeigt wird, ist in Düsseldorf gefordert, um endlich wieder einen wichtigen Dreier zu landen.



