Preußen Münster: Trainer Ende mit Luxusproblem vor Dresden-Duell
Langsam aber sicher füllt sich der Spieltagskader von Preußen Münster wieder. Nach wochenlanger Verletzungsmisere steht Trainer Alexander Ende vor einem ungewohnten Luxusproblem: Erstmals seit langem muss der 46-Jährige gestandene und gesunde Profis für das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden zu Hause lassen.
Härtefälle garantiert bei plötzlichem Kader-Überfluss
Für den Zweitligisten aus Münster brechen nicht nur die Wochen der Wahrheit an, sondern auch die der schwierigen Personalentscheidungen. Die Rückkehr zahlreicher verletzter Stammkräfte erweist sich für Chefcoach Ende als Fluch und Segen zugleich. Enttäuschungen sind damit programmiert, denn der Preußen-Kader ist plötzlich zu prall gefüllt.
Bereits am Samstagmittag startet der schwarz-weiß-grüne Mannschaftsbus zum Abstiegs-Kracher in Dresden. Es handelt sich um das erste von vier sogenannten „Endspielen“ gegen direkte Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, wobei später noch Partien gegen Magdeburg, Kiel und Fürth folgen. Die bittere 1:2-Heimpleite in letzter Sekunde gegen Hertha BSC wurde inzwischen aufgearbeitet. Ende zeigt sich überzeugt: „Das Thema ist abgehakt. Die Jungs sind voll auf Dynamo fokussiert.“
Sechs Stürmer-Kandidaten für zwei Positionen
Doch bereits jetzt steht fest: Nicht jeder Spieler wird die weite Reise zum traditionsreichen Ost-Klub antreten können. Das Lazarett der „Adlerträger“ hat sich nach monatelanger Überfüllung stark gelichtet – zeitweise waren bis zu zwölf Verletzte zu beklagen. Nun verfügt Ende plötzlich über ein Großangebot an Profis.
Allein für die beiden Sturmpositionen stehen dem Trainer mit den Winter-Neuzugängen Imad Rondic (26, Leihgabe vom 1. FC Köln) und Shin Yamada (25, Leihgabe von Celtic Glasgow) sowie Etienne Amenyido (28), Oliver Batista-Meier (24), Oscar Vilhelmsson (22) und Joshua Mees (29) gleich sechs Kandidaten zur Verfügung. Auch Lars Lokotsch (29) ist nach seinem Muskelbündelriss zurück im Training und dürfte spätestens im Heimspiel gegen Magdeburg wieder einsatzbereit sein.
Bis zu fünf Profis müssen draußen bleiben
Im Umkehrschluss bedeutet dies: Bis zu fünf gestandene Profis muss Ende an diesem Wochenende zu Hause lassen – so viele wie noch nie in dieser Saison. Münsters Trainer äußert sich ehrlich: „Härtefälle und Enttäuschungen sind garantiert. Ich werde Entscheidungen treffen, die mir verdammt schwerfallen. Die ich aber im Sinne der Mannschaft fällen muss.“
Fast entschuldigend fügt er hinzu: „Jeder einzelne Profi in unserem Kader hat extrem großen Wert für uns. Den wird er in den kommenden neun Spielen bis zum Saisonende auch garantiert noch unter Beweis stellen und somit dazu beitragen können, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“
Kirkeskov bereits gegen Hertha ausgeschieden
Wen es diesmal trifft, will Ende erst nach dem Abschlusstraining offiziell verkünden. Der Trainer blickt voraus: „Ich weiß aber, dass nicht alle sofort nachvollziehen können, warum sie nicht dabei sind. Deshalb werde ich in jedem einzelnen Fall das Gespräch mit dem Betroffenen suchen und ihm meine Gedanken genau erklären.“
Bereits gegen Hertha Berlin war mit Linksverteidiger Mikkel Kirkeskov (34) – für viele völlig unerwartet – der Vize-Kapitän aus dem Spieltagskader gerutscht. Ein herber Schlag für den dänischen Abwehr-Routinier, der auch vor dem Dresden-Spiel zu den Wackelkandidaten gehören könnte. Fest steht lediglich, dass die „Kreuzband-Opfer“ Antonio Tikvic (22), Simon Scherder (32) und Malik Batmaz (25) sowie Luca Bolay (23, Fersen-Entzündung) und eben Lokotsch nicht an Bord sind.
Batista-Meier mit steigendem Marktwert
Seinen Platz sicher dürfte dagegen Oliver Batista-Meier haben. Mit seinen technischen Fertigkeiten und seiner Kreativität ist er eine feste Größe im Ende-Team. Dies spiegelt sich auch in den neuen Marktwertzahlen wider: Der Deutsch-Brasilianer legte um 20 Prozent zu und steigerte sich von 1,5 auf 1,8 Millionen Euro. Neben ihm verzeichnet nur Mittelfeldspieler Marcel Benger (27) eine aufsteigende Tendenz – von 400.000 auf 600.000 Euro.
Im Rudolf-Harbig-Stadion werden über 30.000 Zuschauer zum Duell zwischen Aufsteiger Dynamo Dresden und dem Adlerclub erwartet. Darunter befinden sich etwa 1.800 Fans aus Münster, von denen 800 im Sonderzug gen Osten reisen – bei Abfahrt um 4.34 Uhr morgens.
Neues Angebot: Hochzeiten im Preußenstadion
Apropos Liebe: Künftig können im LVM-Preußenstadion nicht nur VAR-Entscheidungen revidiert, sondern auch neue Verbindungen geknüpft werden. Die Preußen werben mit einem besonderen Angebot: „Den Bund fürs Leben geht man im besten Falle nur zweimal ein: Mit seinem Ehepartner und seinem Lieblingsverein.“
Brautpaare können sich bald offiziell im stimmungsvollen VIP-Raum des Stadions trauen lassen, der Platz für bis zu 80 Gäste bietet. Das Standesamt Münster stellt in diesem Jahr noch acht Termine zur Verfügung: am 24. Juni (14 und 15 Uhr), 22. Juli (10 und 11 Uhr), 26. August (14 und 15 Uhr) sowie am 21. Oktober (10 und 11 Uhr).



