Preußen Münster sucht Ausweg aus der Krise: Nullnummer in Braunschweig als Ziel
Preußen Münster: Nullnummer in Braunschweig als Ziel

Preußen Münster sucht Ausweg aus der sportlichen Krise

Mit dem Hinrunden-3:1 daheim gegen Eintracht Braunschweig gelang dem SC Preußen Münster im vergangenen September der bislang höchste Sieg in der laufenden Saison. Im Rückspiel am Sonntag bei der Eintracht (13:30 Uhr/live bei Sky) wäre der Zweitligist schon zufrieden, wenn er nur ein Törchen mehr als der Gegner erzielen würde. Damit die Sieglos-Serie von neun Spielen endlich gestoppt wird. Doch wie soll das gelingen? Fehler sehen und abstellen. So will Preußen aus der Krise kommen.

Direktduell als Chance im Abstiegskampf

Das Duell mit dem direkten Abstiegskonkurrenten ist die große Chance, sich selbst ein wenig Luft im Keller zu verschaffen und die Not der Hausherren zu vergrößern. Immerhin würden die „Adlerträger“ in der Tabelle wieder an Braunschweig vorbeiziehen. Sportdirektor Jan Uphues (38) betont: „Natürlich sind wir uns der Wichtigkeit dieses Spiels bewusst. Aber an unserer Vorbereitung ändert sich trotzdem nichts. Wir stellen uns ohnehin immer gezielt auf die nächste Aufgabe ein.“

Also weder Mini-Trainingslager noch Mannschaftsabend. Sondern eine ganz normale Trainingswoche, die mit einer ausführlichen Analyse der 2:3-Niederlage gegen Kaiserslautern startete. Uphues analysiert: „Das Ergebnis war bitter – keine Frage. Aber es gab auch gute Ansätze. Wir haben wieder weitaus mutiger als etwa bei den Unentschieden gegen Bochum und in Nürnberg nach vorne agiert. Dafür leider defensiv zu viele Fehler gemacht. Gerade vor den Gegentreffern. Daran müssen und werden wir intensiv arbeiten.“

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Personalsorgen und Gelbsucht belasten das Team

Dass der letzte Dreier mittlerweile 147 Tage (2:1 in Bielefeld am 31.10.) zurückliegt, nervt die Preußen mächtig. Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans – einfach alle. „Dennoch waren die folgenden neun Begegnungen nicht nur schlecht,“ findet Uphues, der vor allem eine Partie vor Augen hat: Das 0:2 gegen den Karlsruher SC vor eigenen Fans zum Start ins Fußballjahr 2026. Rückblickend ein Weichenspiel. Die „Schwarz-Weiß-Grünen“ waren klar besser, beherrschten Ball und Gegner und hatten deutlich mehr Chancen. Verloren aber durch zwei Standards – direkter Freistoß und Elfmeter. „Hätten wir uns da für unseren engagierten Auftritt belohnt, wären auch die folgenden Wochen definitiv positiver verlaufen,“ ist Uphues überzeugt.

Hinzu kommt die heikle Personalsituation. Zuletzt gegen die „Roten Teufel“ musste Chefcoach Alexander Ende (46) gleich auf 11 seiner Profis verzichten. Uphues vorsichtig optimistisch: „Die Lage entspannt sich ein wenig. Der eine oder andere Verletzte und Kranke kehrt ins Mannschaftstraining zurück. Ohne jedoch jetzt schon sagen können, ob er auch für das Sonntagsspiel in Braunschweig schon zur Kader-Option werden könnte.“

Andererseits macht die „Gelbsucht“ der Truppe zu schaffen. Mit Kapitän Jorrit Hendrix (31/9. Gelbe), Yassine Bouchama (28) und Marvin Schulz (30/jeweils 4 Gelbe) stehen gleich drei feste Größen von Endes Rauten-System unmittelbar vor einer Sperre. Dazu kommt Rechtsverteidiger Jano ter Horst (23), der ebenfalls schon neun Verwarnungen kassiert hat. Bedeutet: Auch in den kommenden Wochen werden die Preußen immer wieder reagieren und umbauen müssen. Uphues betont: „Das Wichtigste ist, dass der Teamgeist stimmt. Alle an einem Strang ziehen. Und daran gibt's keine Zweifel!“

Verletzungspech trifft auch Leihspieler

Bitter: Preußen-Stürmer Marvin Schulz junior (21), gerade erst im Winter an den SV Sandhausen ausgeliehen, erwischte es gleich in seinem ersten Auftritt für den Regionalligisten heftig. In der 42. Minute stürzte er im Zweikampf unglücklich, kugelte sich dabei die Schulter aus. Kommt Schulz ohne Operation davon, muss er eine mehrwöchige Zwangspause hinnehmen. Sollte er sogar unters Messer müssen, kann es schlimmstenfalls einige Monate dauern.

Die Preußen stehen somit vor einer entscheidenden Phase der Saison. Das Spiel in Braunschweig könnte wegweisend sein für den weiteren Verlauf des Abstiegskampfes in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie aus den Fehlern der vergangenen Wochen gelernt hat und mit verbesserter Defensivarbeit die dringend benötigten Punkte holen kann.

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