Was für ein wahnsinniges Fußball-Spektakel im Prinzenpark! Der FC Bayern München holte nach einem 2:5-Rückstand noch ein 4:5 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der deutsche Meister unter die Räder kommen würde. Doch nun ist im Rückspiel am 6. Mai in der Allianz Arena noch alles möglich: Ein Sieg reicht für die Verlängerung, ein Sieg mit zwei Toren Unterschied bedeutet den direkten Einzug ins Finale.
Der entscheidende Jubel-Fehler von PSG
Das irre Comeback der Bayern – lag es auch daran, dass PSG beim Stand von 5:2 einen entscheidenden Fehler machte? Sportvorstand Max Eberl verriet nach dem Spiel in den Katakomben des Stadions: „PSG hat sich nach dem 5:2 abgeklatscht, als ob sie schon durch sind und nach Budapest fahren. Wenn du dann gegen diese Kulisse zurückkommst, das ist für mich besonders.“ Besonders PSG-Trainer Luis Enrique jubelte extrem Richtung Tribüne, was allen Bayern auffiel. Auf dem Platz war die Stimmung bei den Parisern sehr ausgelassen, weil sie wohl schon an das Endspiel am 30. Mai in Budapest glaubten.
Eberls Kampfansage für das Rückspiel
Bayern hat durch die zwei Tore zum 4:5 wieder Hoffnung für die Partie in einer Woche in der Allianz Arena. Eberl macht eine Kampfansage: „Das macht den Charakter dieser Mannschaft aus. Und das werden wir auch brauchen im Rückspiel, ohne Frage. Wir fahren jetzt nach Hause, sind ein Tor im Rückstand, und wissen, was zu tun ist. Die Allianz Arena ist eine Festung!“
Kimmich: „Wären da wahrscheinlich weggebrochen“
Für die Bayern-Stars war die Reaktion nach dem 2:5 entscheidend. Joshua Kimmich erklärte: „Es ist sehr bemerkenswert, dann bei 2:5 und bei der Stimmung dranzubleiben und zurückzukommen. Das zeichnet uns auch in dieser Saison aus. In den letzten Jahren wären wir da wahrscheinlich dann weggebrochen. Das ist heute nicht passiert.“ Der gesperrte Trainer Vincent Kompany, der während des Spiels auf der Tribüne bei den Analysten saß, lobte seine Mannschaft nach dem Spiel in einer Ansprache. Aleksandar Pavlovic gab Einblick: „Er hat gesagt, dass er stolz auf uns ist, dass wir zurückgekommen sind. Und dass wir stolz auf die Mentalität sein können. Dass wir auch eine gute Energie im Spiel gehabt haben, auch ein gutes Spiel gemacht haben.“
Was Neuer seinen Mitspielern beim 2:5 sagte
Kapitän Manuel Neuer machte die Spieler nach dem 2:5 noch einmal extra heiß: „Nach diesem fünften Gegentor bin ich zu ein paar Spielern gegangen. Ich habe daran geglaubt, dass wir hier doch noch was holen können, also mindestens das Ergebnis verbessern können.“ Was sagt man den Mitspielern da? Der Weltmeister-Keeper: „Dass wir unser Spiel spielen, dass wir daran glauben müssen. Es sind zwei, drei Worte und da geht es auch mehr um die Körpersprache und um zu zeigen, dass wir jetzt nicht umfallen oder aufgeben.“
Bayern braucht jetzt „nur“ einen Sieg zu Hause mit zwei Toren Unterschied. Dann wäre der Paris-Jubel nach dem 5:2 ein klassischer Fall von: Zu früh gefreut.



