Pyro-Alarm vor Nord-Duell: Droht erneut eine teure Fan-Party?
Wenn am Sonntag um 17.30 Uhr (live bei DAZN) der FC St. Pauli auf Werder Bremen trifft, geht es auf dem Rasen um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Auf den Rängen wird es dagegen weitaus freundlicher zugehen, denn die Anhänger beider Vereine pflegen seit vielen Jahren eine tiefe Freundschaft. Doch diese Verbundenheit könnte erneut zu einem teuren Vergnügen werden, denn es herrscht Pyro-Alarm im Millerntor-Stadion.
Die teure Erinnerung an Dezember 2024
Beim letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen im Dezember 2024, das St. Pauli mit 0:2 verlor, feierten die Fans beider Lager ihre Freundschaft mit aufwendigen Choreografien und entsprechendem Pyro-Einsatz. Die Wetterlage führte damals dazu, dass der Rauch von Bengalos und Rauchtöpfen nicht abziehen konnte. Der Anpfiff verzögerte sich um fast fünf Minuten. Nach der Halbzeitpause wiederholte sich das Szenario: Nach dem Anpfiff zündeten erneut Pyrotechnik, was zu einer zwölfminütigen Spielunterbrechung führte. Die Rechnung dafür kam Monate später vom DFB: Eine saftige Strafe in Höhe von 95.000 Euro musste der Kiez-Klub begleichen.
Kritik von Verein und sportlicher Leitung
Der übermäßige Pyro-Einsatz im Dezember 2024 löste deutliche Kritik seitens des FC St. Pauli aus. Klub-Präsident Oke Göttlich (50) erklärte damals unmissverständlich, dass die Aktion „für uns weder nachvollziehbar noch hinnehmbar“ sei. Göttlich betonte weiter: „Zudem ist ein so massives unkontrolliertes Abbrennen von diversen Fackeln und pyrotechnischen Gegenständen wie zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Sicherheits- und Gesundheitsrisiko.“
Auch die sportliche Leitung zeigte sich wenig begeistert, insbesondere wegen der Spielverzögerungen. Sportdirektor Andreas Bornemann äußerte sich damals deutlich: „Nein, das ist kein Spaß.“ Er sei zwar kein grundsätzlicher Gegner von Bengalos, aber: „Man muss natürlich auch ehrlich sagen, in der Situation ist es für alle schlecht. Das Spiel ist unterbrochen und die Jungs sind aus dem Rhythmus.“
Was erwartet die Fans am Sonntag?
Am Sonntag könnte sich ein ähnliches Szenario entwickeln, obwohl die Wetterlage diesmal günstiger ausfällt – mit Temperaturen bis zu 11 Grad Plus. Zumindest längere Unterbrechungen oder ein deutlich verspäteter Anpfiff gelten daher als unwahrscheinlicher. Ein Hoffnungsschimmer: Beim letzten Nord-Duell in Bremen hielten sich beide Fan-Lager deutlich zurück mit Pyrotechnik.
Dennoch bleibt die Sorge vor erneuten Zwischenfällen bestehen. Die Freundschaft zwischen den Fans von St. Pauli und Werder Bremen ist legendär, doch sie hat bereits einmal teuer zu stehen kommen. Ob die Erinnerung an die hohe Geldstrafe ausreicht, um am Sonntag für eine pyrofreie Zone zu sorgen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Sowohl der Verein als auch die Sicherheitskräfte werden besonders wachsam sein, um eine Wiederholung der kostspieligen Dezember-Party zu verhindern.



