Haching-Fan nach Pyro-Wurf auf 1860-Torwart verurteilt: 130 Tagessätze für gefährliche Aktion
Beim S-Bahn-Derby im Grünwalder Stadion hat ein Haching-Fan die Kontrolle verloren und einen Feuerwerkskörper in Richtung des Spielfeldes geworfen. Das Amtsgericht München verurteilte den 33-Jährigen nun zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen, wodurch er als vorbestraft gilt. Der Vorfall ereignete sich im März 2025 während des Spiels zwischen dem TSV 1860 München und dem TSV Haching.
Der Vorfall im Detail: Von Beleidigung bis Pyro-Wurf
Der Fan, der unter dem geänderten Namen Peter R. bekannt ist, stand im Gästeblock auf der Osttribüne, Block P. Laut Anklage zeigte er zunächst einem Polizeibeamten, der den Fanblock filmte, den Mittelfinger, woraufhin der Beamte Anzeige erstattete. Als sich das Spiel dem Ende zuneigte und 1860-Torwart Marco Hiller im Strafraum zu Boden ging, eskalierte die Situation weiter.
Peter R. warf einen Feuerwerkskörper über das Fangnetz in den Strafraum, wo der Gegenstand nur wenige Zentimeter von Hiller entfernt landete und zu rauchen begann. Ob es sich um eine Fontäne oder eine Luftpfeife handelte, bleibt unklar. Glücklicherweise blieb Torwart Marco Hiller bei der Aktion unverletzt, doch die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Gerichtsverhandlung: Reue und Konsequenzen
In der Verhandlung am Montag zeigte sich der Angeklagte reumütig. Sein Anwalt Roland Autenrieth erklärte, dass Peter R. unter Depressionen leide und die Tat sehr bedauere. Der Fan entschuldigte sich auch bei dem als Zeuge geladenen Polizisten und gab an, zum Zeitpunkt des Vorfalls sieben Halbe Bier getrunken zu haben.
Die Amtsrichterin erkundigte sich nach den bereits verhängten Sanktionen. Ein Stadionverbot wurde für Peter R. bereits ausgesprochen und gilt bis Mitte 2027. Die Hachinger Ultra-Szene, insbesondere die Gruppe Classic Squad, distanzierte sich damals deutlich von der Aktion und betonte, dass solche Handlungen nicht mit den Werten der aktiven Fanszene vereinbar seien.
Urteil und Folgen für den Fan
Das Amtsgericht verurteilte Peter R. schließlich zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen. Mit diesem Urteil gilt er nun als vorbestraft, was langfristige Auswirkungen auf sein Leben haben kann. Der Fall unterstreicht die ernsten Konsequenzen von unkontrolliertem Fanverhalten im Fußball.
- Der Vorfall zeigt die Gefahren von Pyrotechnik in Stadien.
- Die Justiz reagiert konsequent auf solche Verstöße.
- Fanklubs distanzieren sich von gewalttätigen Aktionen.
Dieser Fall dient als Mahnmal für alle Fußballfans, die Bedeutung von Respekt und Sicherheit im Sport zu wahren.



