Regionalliga-Reform: Klubs einig gegen DFB – Magath poltert
Regionalliga-Reform: Klubs einig gegen DFB

Der Skandal um die Regionalliga-Reform im Deutschen Fußball-Bund (DFB) schlägt weiter hohe Wellen. Die Regionalverbandsbosse hatten das viergleisige Kompassmodell, das jedem Meister den Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen soll, in einer geheimen Sitzung beschnitten. Nun nehmen die Klubs den DFB in die Mangel. Aus allen fünf Regionalliga-Gebieten verurteilen namhafte Vereinsvertreter das Vorgehen und drängen darauf, die ursprüngliche Variante beizubehalten.

Hintergrund der Reform

Statt mit 20 Teams pro Staffel soll nur noch mit 18 gespielt werden. Acht Startplätze wurden gestrichen, was vor der Klub-Abstimmung am Montag Existenzängste bei Vereinen hervorrief. Die Reduzierung auf 18 Vereine pro Staffel führt dazu, dass vier direkte Absteiger mehr als 20 Prozent der Liga ausmachen, kritisiert Florian Egbers vom SV Meppen, der in der DFB-Arbeitsgruppe saß.

Magath: „Verbände führen vom Ziel weg“

Ex-Bayern-Trainer Felix Magath, heute Vorstand beim Regionalligisten Aschaffenburg, sagte zu BILD: „Es war von Anfang an richtig, große und kleine Vereine zusammenzubringen. Jetzt, wo wir sehr wahrscheinlich eine Mehrheit für das Kompassmodell haben, wird plötzlich die Teilnehmerzahl gesenkt. Dabei können wir doch einfach die zum Beispiel in Bayern viel zu lange Winterpause kürzen und mit 20 Teams pro Staffel spielen. So war es immer verabredet.“

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Magath polterte gegen die Regionalfürsten: „Jetzt wird wieder bewusst riskiert, dass manche Klubs das nicht mitgehen können oder wollen. Das Verhalten der Verbände ist unsportlich. Sie führen vom Ziel weg statt hin.“

Unterstützung aus dem Südwesten

Markus Thiele, Sportvorstand des 1. FC Saarbrücken, betonte: „Wir vom 1. FC Saarbrücken stehen dazu, dass wir das Kompassmodell für die richtige Lösung halten. Es gilt, das große Ganze für den deutschen Fußball zu sehen. Nimmt man die Ausgangssituation aller Vereine in den Blick, ist die Variante mit 20er-Staffeln die sinnvollere Option. In der 3. Liga spielen wir auch mit 20 Mannschaften. Daher stellt sich die Frage, warum das dann nicht in der Regionalliga gehen sollte.“

Vereine halten zusammen wie nie

In 14 Jahren Streit in der Debatte waren die Klubs nie so geeint. Von Süd nach Nord, von Ost nach West – von großen bis zu kleinen Vereinen. Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiß Oberhausen, sagte: „Wir sind irritiert darüber, dass nun im Kompassmodell von der 20er-Liga abgerückt werden soll. Die Aufstockung um zwei Heimspiele pro Saison ist ein wesentlicher Pluspunkt für die Attraktivität des Modells.“ Der Westen hat trotz direktem Aufstiegsrecht große Solidarität mit dem Nordosten gezeigt. Doch durch die Änderung versuchten die Verbandsbosse Peter Frymuth, Dr. Christoph Kern und Ralph-Uwe Schaffert, einen Keil dazwischen zu treiben.

Showdown am Montag

Tommy Haeder vom Chemnitzer FC, Sprecher der Aufstiegsreform-Bewegung, meinte: „Die Interessen der Vereine müssen in den Vordergrund gerückt werden. Wir werden beim Reformvorhaben nur erfolgreich sein, wenn wir mit 20er-Staffeln spielen. Dafür werden wir bis zur letzten Sekunde kämpfen und zwar für alle Klubs in Deutschland.“

Nach BILD-Informationen gab es einen Hilferuf an die DFB-Zentrale in Frankfurt. Die Vereine setzen alle Hebel in Bewegung und vertrauen auf den Einfluss von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Am Montagabend kommt es zum Showdown, wenn an fünf Brennpunkten über die Regionalliga-Reform abgestimmt wird. Die Regionalverbandschefs sind seit Monaten mit Blockadehaltungen aufgefallen. Jetzt kam ein handfester Skandal dazu.

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