Rekord-Ausfall in Elversberg: Preußen schleppt sich ins Ziel
Rekord-Ausfall: Preußen vor schwerem Saisonfinale

Als wäre der bittere Abstieg für Zweitligist Münster nicht schon schmerzhaft genug. Im Saisonfinale am Sonntag kommt es noch einmal knüppeldick obendrauf: Rekord-Ausfall in Elversberg. Die Preußen schleppen sich ins Ziel.

Schwartz: Wir werden uns wehren

Die Mannschaft des scheidenden Chefcoaches Alois Schwartz (59) hat zwar eigentlich nichts mehr zu verlieren. Der traurige Weg zurück in die Drittklassigkeit wurde bereits vor einer Woche gegen Darmstadt (1:1) zur enttäuschenden Wahrheit. Trotzdem wollen sie alles dafür tun, um sich nach zwei Jahren zumindest erhobenen Hauptes wieder aus dem deutschen Fußball-Unterhaus zu verabschieden. Noch-Preußen-Coach Alois Schwartz verspricht, dass seine Mannschaft in Elversberg noch einmal alles geben wird.

Mehr noch. Schwartz, in seinen bisherigen sechs Spielen sieglos (zwei Niederlagen, vier Remis), kündigt an: „Wir möchten uns auf keinen Fall vorwerfen lassen müssen, dass wir nicht alles gegeben und den Wettbewerb verzerrt haben.“ Denn für die Elversberger geht es im heimischen Stadion an der Kaiserlinde (ab 15:30 Uhr, live bei Sky) um den ganz großen Traum – den Aufstieg in die Bundesliga. Dafür müssen sie unbedingt das Schlusslicht schlagen. „Wir werden uns mit allem wehren, was uns zur Verfügung steht,“ versichert Schwartz.

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Rekord-Ausfall: Zwölf Profis fehlen

Das ist allerdings herzlich wenig. So beklagen die „Adlerträger“ zum Ausklang ihrer verkorksten Spielzeit einen Rekord-Ausfall. Gleich zwölf Profis treten die Reise ins Saarland am Samstag erst gar nicht mit. Das sind neben den drei „Kreuzbandopfern“ Antonio Tikvic (22), Malik „Batman“ Batmaz (26) und „Urgestein“ Simon Scherder (33) noch „Rotsünder“ Jorrit Hendrix (31), Torge Paetow (30) und Jannis Heuer (26, alle Gelbsperre) sowie Marcel Benger (27), Rico Preißinger (28, beide Achillesprobleme), Marvin Benjamins (23), Marvin Schulz (30, beide mit Innenbandanriss im Knie), Mikkel Kirkeskov (34, Außenbandanriss) und Etienne Amenyido (28, Oberschenkelzerrung).

Münsters Trainer-Routinier (629 Ligaeinsätze als Chef an der Seitenlinie bei zehn verschiedenen Vereinen) verwundert: „Eine derartige Häufung habe ich in meiner gesamten Karriere tatsächlich noch nicht erlebt.“

Pechvogel: Preußens Mittelfeldspieler Marvin Schulz zog sich am Montag im Training einen Innenbandriss im Knie zu. Er fehlt damit in Elversberg.

Druck liegt auf Elversberg

Fakt aber auch: Der Druck liegt ganz klar auf der heimischen Elv. Jeder erwartet von Chefcoach Vincent Wagner (40) und seiner spielstarken, treffsicheren Truppe (61 erzielte Tore sind Top-Wert) einen deutlichen Erfolg über den Tabellenletzten. Schwartz hofft: „Genau das kann natürlich unsere Chance sein.“ Welch große Rolle der Kopf spielt, zeigten die beiden letzten Partien der Elversberger. Auf das triumphale 5:1 gegen den direkten Mitkonkurrenten Paderborn folgte eine 1:3-Pleite beim Liga-16. in Düsseldorf. Dabei wäre schon da mit einem Dreier der Sprung in die Bundesliga gelungen.

Brunch und Abschied

Egal, wie das Finale am Sonntag auch endet. Nach Abpfiff geht es für die Münsteraner geschlossen zurück in die Heimat. Wo am Montagmorgen für den gesamten Kader, das Trainerteam und den Staff ein gemeinsamer Brunch an der Hammer Straße angesetzt ist. Verpflichtend! Schwartz: „Da wollen wir alle zusammen noch einmal über die abgelaufene Saison reden und uns in großer Runde voneinander verabschieden.“ Anschließend werden viele – wie auch der Trainer selbst – ihre Schränke räumen. Weil es für sie in der kommenden Spielzeit an anderer Stelle weiter geht. Während die Preußen ihren Neustart in der 3. Liga planen. Voraussichtlich mit Thomas Wörle (44) als Schwartz-Nachfolger. Wie BILD bereits berichtete, soll der Ex-Ulmer am Dienstag offiziell vorgestellt werden.

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Fans trotzen der Entfernung

Der Gästeblock in Elversberg ist ausverkauft. Gut 1500 Fans werden ihre Preußen zum vorerst letzten Zweitliga-Spiel ins Saarland begleiten. Der weite Weg von knapp 400 Kilometern wird durch die neue Folge des beliebten Insider-Podcasts „Preußen Privat“ aus der kultigen Bode-Loge verkürzt. Diesmal zu Gast: Präsident Christian Pander (42) und sein Vize Christoph Mangelmans (42), die ausführlich über die aktuelle Situation ihres Traditionsclubs reden. Kostenlos reinhören unter www.preussenprivat.de und überall, wo es gute Podcasts gibt (etwa Spotify).