Die tragische Geschichte von Renegade: Wie Hulk Hogans Wrestling-Erbe scheiterte
Renegade: Hulk Hogans Wrestling-Erbe endete in Tragödie

Die bittere Wrestling-Tragödie des Renegade

Die Geschichte von „Renegade“ Rick Wilson ist eine der tragischsten Episoden im professionellen Wrestling. Als der damalige WWE-Rivale WCW ihn 1995 als Kopie des legendären Ultimate Warrior präsentierte und Megastar Hulk Hogan ihn sogar als seinen Nachfolger pries, schien der Aufstieg besiegelt. Stattdessen endete Wilsons Karriere als spektakulärer Flop – und sein Leben nur wenige Wochen nach der Kündigung durch WCW im Februar 1999 durch Suizid.

Von der Stripper-Bühne in die Wrestling-Arena

Rick Wilson, ein 29-jähriger aus Marietta in Georgia, wurde 1992 in einem Nachtclub im Raum Boston fürs Wrestling entdeckt, wo er als Mitglied einer männlichen Stripper-Gruppe auftrat. Zunächst verdiente er sich unter dem Namen „Rio, Lord of the Jungle“ erste Sporen in der regionalen Independent-Szene und bei Gastspielen für die japanische Liga WAR, wo er auf bekannte Größen wie Ultimo Dragon und den jungen Chris Jericho traf.

WCWs verzweifelter Plan B

Nachdem Verhandlungen mit dem echten Ultimate Warrior Jim Hellwig gescheitert waren – Warrior forderte angeblich 2,5 Millionen Dollar pro Jahr –, suchte WCW nach einer Alternative. Wendell Weatherbee, der ehemalige Chauffeur des Warriors, empfahl Wilson aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit Hellwig. Trotz Warnungen aus seinem Umfeld, dass eine reine Kopie-Rolle nach hinten losgehen würde, presste WCW Wilson in genau diese Rolle.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Inszenierung als billiger Abklatsch war perfekt: Wilson bekam ein nahezu identisches Outfit und Gesichtsbemalung, wurde angehalten, Mimik und Gestik des Warriors zu kopieren, und erhielt sogar eine von Hogans Manager Jimmy Hart komponierte Einzugsmusik, die an die des Originals angelehnt war. Ursprünglich sollte er „Renegade Warrior“ heißen, doch die WWE-Rechtsabteilung intervenierte.

Hulk Hogans verhängnisvolle Prophezeiung

Bei seinem Debüt beim Pay-Per-View-Event „Uncensored“ im März 1995 kündigte Hulk Hogan Renegade als „ultimative Überraschung“ für seine Gegner Vader und Ric Flair an. Die Fans jubelten zunächst begeistert, viele glaubten tatsächlich, den echten Warrior mit neuem Namen zu erleben. Hogans vorab aufgezeichnetes Video-Statement, dass Renegade nicht der Warrior sei, verhallte aufgrund schlechter Audioqualität in der Arena weitgehend ungehört.

Der schnelle Absturz

Die anfängliche Euphorie schlug schnell in Enttäuschung und offene Ablehnung um. Als klar wurde, dass Renegade nur eine Kopie ohne eigenes Profil war, buhten ihn die Fans bei seiner Titelverteidigung gegen Paul Orndorff beim „Bash at the Beach“ 1995 aus. Zwar gewann er den Television Title und besiegte etablierte Veteranen wie Arn Anderson, doch in längeren Matches wirkte er überfordert und verlor den Titel nach nur zwei Monaten an Diamond Dallas Page.

WCW behielt Wilson noch drei Jahre unter Vertrag, 1998 diente er sogar als Double für den echten Warrior, als dieser doch noch zur Liga stieß. Doch sein Stern war längst verblasst. Laut Berichten des Wrestling Observer fiel Wilson durch einen Steroid-Test, verlor ohne die illegalen Muskelmittel an körperlicher Form und wurde im Dezember 1998 nach seinem letzten Match gefeuert.

Das tragische Ende

Nur wenige Wochen später, am 23. Februar 1999, erschoss sich Rick Wilson während eines Streits mit seiner Freundin. Vertraute berichteten von Anzeichen einer Depression nach seinem beruflichen Scheitern bei WCW. Persönlicher Frust, Scham über das öffentliche Versagen und finanzielle Existenzängste nach dem Jobverlast spielten wohl eine tragische Rolle zusammen.

Rick Wilson, der Mann, der nicht der Ultimate Warrior sein wollte und vielleicht besser nie zu Renegade geworden wäre, wurde nur 33 Jahre alt. Seine Geschichte bleibt eine Mahnung über die dunklen Seiten der Wrestling-Industrie und den gefährlichen Druck, der auf junge Talente ausgeübt werden kann.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration