Albert Riera droht das Aus bei Eintracht Frankfurt. Nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV steht der Trainer massiv unter Druck. Sportvorstand Markus Krösche vermied nach der Pleite ein klares Bekenntnis zu Riera. Die Fans verlieren zunehmend den Glauben an eine Wende unter dem umstrittenen Coach.
Riera zeigt sich kleinlaut
Der sonst so wortgewaltige und selbstbewusste Trainer gab sich nach dem Spiel ungewohnt kleinlaut. „Bis zum letzten Moment werde ich mein Bestes geben. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht. Aber ich versuche mein Möglichstes“, sagte der 44-jährige Spanier. Das riskante Experiment der Eintracht mit Riera droht frühzeitig zu scheitern.
Die Fans quittierten die erneute Heimpleite mit Pfiffen. Die Spieler mussten sich nach dem Abpfiff ihren Anhängern stellen. Kapitän Robin Koch zeigte Verständnis: „Wir sind genauso frustriert. Du musst hier das Spiel gewinnen.“
Krösche weicht aus
Sportvorstand Markus Krösche wollte direkt nach der Partie nicht über die Zukunft des Trainers sprechen. Er wich Nachfragen aus und nahm stattdessen die Mannschaft in die Pflicht. „Ich bin extrem verärgert über die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben“, sagte Krösche. Vor allem nach der Führung habe sein Team zu einfach Gegentore kassiert. „Wenn wir solche Fehler machen, dann haben wir auch mit dem Kampf um Europa nichts zu tun.“
Führung fahrlässig verspielt
Die Eintracht gab eine Führung fahrlässig aus der Hand. Nach dem 1:0 durch Jungstar Can Uzun in der 48. Minute verfielen die Frankfurter wie so oft unter Riera in Passivität. Albert Grönbaek (51.) und Fábio Vieira (59.) drehten die Partie mit einem Doppelschlag zugunsten der Hamburger.
Die kreativste Offensivaktion des Spiels kam von den Rängen: Ein Wal wurde durch die Nordwestkurve getragen, an der Flosse ein Kreuz – eine Anspielung auf den Buckelwal Timmy und eine symbolische Kampfansage an den HSV. Doch vergeblich: Auf dem Platz ließen die Frankfurter Inspiration vermissen.
Riera sorgt für Diskussionen
Der Trainer hatte vor der Partie für Aufsehen gesorgt, als er Medienberichte über einen angeblichen Konflikt mit Nationalspieler Jonathan Burkardt scharf zurückwies. Er sprach von „totalem Bullshit“ und holte zu einer deutlichen Medienschelte aus: „Etwas zu schreiben, ist euer Job, aber ich akzeptiere keine Lügen. Ich bin keine Marionette. Ich bin Trainer. Ich verlange Respekt. Die Fans verdienen, die Wahrheit zu hören.“
Hamann kritisiert Kommunikation
Intern soll das Thema nicht direkt zwischen Trainer und Spieler kommuniziert worden sein. Sky-Experte Dietmar Hamann kritisierte: „Wenn der Burkardt keinen fitten Eindruck macht, dann soll er ihm das sagen. Du hast 25 Spieler und musst mit den Leuten reden, dass alle das Gefühl haben, dass ehrlich mit ihnen umgegangen wird.“
Die Profis selbst erklärten, dass die Schlagzeilen um Riera keine Rolle spielen würden. „Natürlich bekommt man die Unruhen über die sozialen Medien mit“, sagte Koch dem Streamingdienst DAZN und erklärte: „Wir müssen schauen, dass wir die Dinge außen herum ausblenden.“ Ob mit oder ohne Riera – das bleibt vorerst offen.



