Die Stimmung bei Eintracht Frankfurt ist angespannt. Vor dem letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15:30 Uhr) geht es um Europa, um Millionen – und für viele um die Zukunft. Nur mit einem Sieg bleibt die Hoffnung auf Platz sieben und die Conference League bestehen. Gleichzeitig herrscht rund um den Klub Dauer-Unruhe: Fan-Frust, interne Spannungen, der Burkardt-Eklat – und nach Informationen der Bild-Zeitung das bereits beschlossene Aus von Trainer Albert Riera (44) nach Saisonende.
Riera reagiert mit Ironie
Die vergangenen Wochen haben sichtlich Spuren hinterlassen. Auch auf dem Podium wirkt Riera inzwischen deutlich angespannter als noch zu Beginn seiner Amtszeit. Vor dem möglicherweise letzten Spiel als Eintracht-Trainer bemüht sich der Spanier dennoch um Kontrolle. Bei der Pressekonferenz am Freitag machte Riera jedoch erneut klar, dass ihn die Enthüllungen über sein Verhalten in der Kabine und auf dem Platz sehr überraschen. Er sagte: „Es ist unglaublich, dass Sie auch wissen, dass ich morgens meinen Toast mit Avocado und Lachs esse.“ Intern bezeichnet Riera das Verhalten im direkten Umfeld des Traditionsklubs nach Bild-Informationen als „toxisch“.
Hoffnung auf Verbleib?
Auf die Frage der Bild-Zeitung, ob er unabhängig vom Stuttgart-Spiel noch Hoffnung habe, seinen Vertrag in Frankfurt zu erfüllen, antwortete Riera betont kühl: „Darüber habe ich nicht einmal eine halbe Sekunde nachgedacht. Das sind Ihre Sorgen, nicht meine.“ Seine Gedanken kreisen eher um den am Sonntag beginnenden Urlaub. Der Coach sagte: „Meine Sorge gilt morgen Stuttgart und den Fans, die hinter uns stehen werden. Das ist meine Sorge, die einzige, und die drei Punkte.“ Dann fügte er hinzu: „Danach habe ich einen fantastischen Sommer vor mir, der auf mich wartet, wahrscheinlich auf Mallorca.“ Die deutschen Mallorca-Urlauber wird er nach seinen Erfahrungen in Frankfurt sicher mit anderen Augen sehen.
Das fordert Riera von seinen Stars
Die Lage ist ohnehin hochbrisant. Frankfurt braucht gegen die offensivstarken Stuttgarter zwingend einen Sieg – und zusätzlich Schützenhilfe aus Freiburg. Riera ist sich der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst. Über den VfB sagte er: „Stuttgart ist auch die beste Mannschaft in Zweikämpfen, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Morgen müssen wir in den Zweikämpfen richtig gut sein.“ Auffällig vor diesem Endspiel: Die großen Europa-Ansagen bleiben diesmal komplett aus. Stattdessen spricht Riera viel über Fokus und die Fans. „Wir müssen morgen mit ihnen spielen und für sie“, sagte er. Nach den turbulenten vergangenen Wochen wirkt der temperamentvolle Spanier vor seinem wohl letzten Eintracht-Spiel vor allem wie ein Trainer, der versucht, sich nichts mehr anmerken zu lassen.



