Bayer Leverkusen: Sportchef Simon Rolfes gibt Trainer Kasper Hjulmand Job-Zusage
Nach dem enttäuschenden 3:3-Unentschieden bei der TSG Heidenheim am vergangenen Samstag hatten sich die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen zunächst in Schweigen gehüllt. Nun hat sich Sportdirektor Simon Rolfes (44) in einem ausführlichen Interview zu Wort gemeldet und klare Worte gefunden.
Die prekäre Tabellensituation und die Kritik am Trainer
Mit nur noch sieben Spielen vor dem Saisonende befindet sich der Werksklub in einer schwierigen Position. Aktuell beträgt der Rückstand auf den begehrten vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, vier Punkte. Diese Lücke ist laut Rolfes hausgemacht, da Leverkusen in den letzten drei Ligapartien dreimal hintereinander eine Führung aus der Hand gegeben hat.
„Wir sind sehr enttäuscht, dass wir in Heidenheim nicht gewonnen haben, dass wir gegen Bayern den Ausgleich kassiert haben und gegen Freiburg davor auch“, analysiert der Sportchef die jüngsten Rückschläge. „Das sind sechs Punkte, die wir allein aus den letzten drei Ligaspielen mehr haben könnten.“ Diese fehlenden Punkte lasten besonders schwer auf den Schultern von Trainer Kasper Hjulmand (53).
Klare Absage an Trainerwechsel-Diskussionen
Der dänische Trainer steht seit Wochen in der Kritik, da die Mannschaft unter seiner Leitung immer wieder Leistungseinbrüche zeigt und taktisch oft ratlos wirkt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der Verein einen zweiten Trainerwechsel innerhalb einer Saison vollziehen könnte, nachdem Erik ten Hag bereits nach nur zwei Spieltagen ersetzt worden war.
Simon Rolfes stellt hierzu unmissverständlich klar: „Ein Trainerwechsel ist kein Szenario, mit dem wir uns beschäftigen. Für uns ist klar: Wir wollen in dieser Konstellation erfolgreich sein. Es bieten sich noch immer alle Chancen, unser Saisonziel zu erreichen.“ Diese Aussage ist eine deutliche Job-Zusage für den unter Druck stehenden Kasper Hjulmand.
Forderung nach sofortiger Leistungssteigerung
Gleichzeitig macht der Sportdirektor jedoch deutlich, dass er von der Mannschaft und dem Trainerteam eine sofortige Verbesserung erwartet. „Unser Problem ist: Wir haben gegen Bayern eine richtig gute Leistung gebracht und nicht gewonnen, wir haben gegen Heidenheim eine gute erste Hälfte gespielt und es nicht durchgezogen. Das ist frustrierend“, so Rolfes.
Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, dass die Mannschaft die notwendige Wende schaffen kann. „In Momenten, in denen wir unter maximalem Druck standen, haben wir es schon geschafft, unsere Leistung konstant und bis zum Ende abzurufen. In Lissabon, in Manchester, auch in einigen Bundesliga-Spielen.“
Abschließend formuliert Rolfes eine klare Forderung: „Jetzt muss Heidenheim unser Weckruf sein. Damit wir es unter dem Druck wieder schaffen, unsere Spiele von der ersten bis zur letzten Minute durchzuziehen.“ Die verbleibenden sieben Saisonspiele werden zeigen, ob Bayer Leverkusen diese Mahnung in die Tat umsetzen und doch noch die Champions-League-Qualifikation erreichen kann.



