Matthias Sammer spricht Klartext zum Kehl-Aus beim BVB
Der ehemalige BVB-Berater Matthias Sammer hat sich erstmals öffentlich zur überraschenden Trennung von Sebastian Kehl als Sportdirektor bei Borussia Dortmund geäußert. In einem exklusiven Interview bei "Sammer & Basile – der Hagedorn Talk" mit Sky-Moderator Riccardo Basile erklärte der 58-Jährige die Hintergründe der Entscheidung, die den Fußball-Bundesligisten seit Sonntag beschäftigt.
"Beide Parteien nicht mehr nah beieinander"
Sammer betonte, dass die Trennung die richtige Entscheidung gewesen sei: "Ich glaube, dass es richtig war, sich zu trennen, weil beide Parteien irgendwo nicht mehr so richtig nah beieinander waren. Dann ist es konsequent." Der erfahrene Fußball-Experte verwies dabei auf die angespannte Situation innerhalb der BVB-Führungsetage, die schließlich zum Aus von Kehl geführt habe.
Laut Informationen der BILD-Zeitung gab es unüberbrückbare Differenzen zwischen Kehl und Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Das Verhältnis der beiden soll nie wirklich harmonisch gewesen sein, was vor allem auf die Besetzung der Geschäftsführer-Position zurückzuführen ist. Ricken erhielt den Posten von Präsident Hans-Joachim Watzke, während Kehl selbst auf diese Position gehofft hatte.
Sammer rät Kehl zur Erholungspause
Der BVB-Berater zeigte sich respektvoll gegenüber dem ehemaligen Sportdirektor: "In einem Konstrukt von einem großen Verein hast du immer mehrere Personen. Ich glaube - und das sage ich wirklich in respektvoller Art und Weise - da hat man sich ein bisschen aneinander abgearbeitet und deshalb glaube ich, dass Sebastian jetzt ein bisschen durchschnaufen soll."
Sammer deutete damit an, dass die anhaltenden Spannungen und Konflikte innerhalb der Vereinsführung für beide Seiten belastend gewesen seien und eine Trennung notwendig machten. Die Entscheidung fiel nach intensiven internen Gesprächen, die bereits seit längerer Zeit im Gange waren.
Lob für den neuen Sportdirektor Nils-Ole Book
Gleichzeitig äußerte sich Sammer positiv über den neu ernannten Sportdirektor Nils-Ole Book, der vom Zweitligisten SV Elversberg zum BVB wechselt: "Also auch dieses Prädikat der Teamfähigkeit, Persönlichkeit neben der Expertise zu haben, war dem Klub sehr, sehr wichtig. Und als ich das dann alles zusammengetragen habe, habe ich gesagt, Lars, es ist eine fantastische Idee. Die ist nicht nur gut, die ist fantastisch. Sie ist mutig, sie ist Herausforderung, aber sie ist analytisch."
Sammer zeigte sich überzeugt von den Fähigkeiten des 40-Jährigen und wagte sogar eine mutige Prognose: "Was er vielleicht noch nicht hat, dann bin ich mal mutig und sage, das wird er mit uns bald bekommen." Damit spielte er auf mögliche Titelgewinne unter Books Mitwirkung an.
Die offizielle Vorstellung von Nils-Ole Book als neuer Sportdirektor von Borussia Dortmund findet am Mittwoch statt. Der Wechsel markiert einen bedeutenden personellen Umbruch in der Führungsetage des Bundesligisten, der in der kommenden Saison neue sportliche Erfolge anstrebt.



