Schlotterbeck rechnet nach Bayern-Niederlage mit Schiedsrichtern ab
Nach dem bitteren 2:3 des BVB im Bundesliga-Topspiel gegen Bayern München spricht Nico Schlotterbeck im Sky-Interview Klartext. Der Dortmunder Verteidiger äußert sich deutlich zu den strittigsten Szenen der Partie und kritisiert dabei die aktuelle Regelauslegung im Profifußball.
Torjubel über der Werbebande: Grauzone oder klare Gelbe?
Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 springt der bereits gelb vorbelastete Schlotterbeck über die Werbebande. Laut Regelwerk hätte er dafür seine zweite Verwarnung erhalten können. In Regel 12 zum Torjubel heißt es: „Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben. Das Verlassen des Spielfelds ist noch kein verwarnungswürdiges Vergehen, die Spieler müssen aber so rasch wie möglich zurückkehren.“
Schlotterbeck erklärt die Situation: „Ich wollte gar nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Ich habe das Gleichgewicht verloren. Man sieht ja, ich will direkt wieder zurück.“ Dann wird er gegenüber Sky-Moderator Sebastian Hellmann deutlich: „Wenn man alles rausnehmen muss, dann haben wir keinen Fußball mehr. Ich sag's dir ehrlich, dann spiel' ich irgendwann Schach. Weil, wenn ich dafür eine Gelbe bekomme, dann hört es irgendwann auf!“
Der Nationalspieler fügt hinzu: „Wenn ich auf den Zaun springe, ist es vielleicht etwas anderes. Aber über eine Bande zu springen, sei mir nicht böse, das kann nicht Gelb geben.“
Zwei umstrittene Fouls sorgen für Diskussionen
In der 18. Minute rutscht Schlotterbeck mit offener Sohle in Bayern-Verteidiger Josip Stanisic und trifft ihn am Schienbein. Sein Glück: Zuvor berührt er noch den Ball, sodass er gerade noch mit Gelb davonkommt.
„Es ist sauunglücklich in meinen Augen“, analysiert Schlotterbeck. „Man sieht, dass ich auch über den Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn nicht am Schienbein. Die Intensität war nicht so hoch, weil ich nicht mit vollem Dampf hingegangen bin. Aber ich habe natürlich gemerkt, dass ich ihn ordentlich getroffen habe.“ Der Verteidiger räumt ein: „Ich glaube, dass man da schon Rot geben kann. Und dann hatte ich ein bisschen Glück, ja.“
Elfmeterszene: Leichter Kontakt oder klarer Foul?
Der dritte Aufreger: Schlotterbeck bringt Stanisic im Strafraum zu Fall – Elfmeter für Bayern. Harry Kane verwandelt zum 2:1. Der BVB-Spieler bewertet die Situation anders: „Ich finde, dass es schon ein sehr, sehr leichter Kontakt ist.“ Laut seiner Einschätzung wäre eine zweite Gelbe Karte dafür nicht verdient gewesen. Schiedsrichter Jablonski sah dies ähnlich und zeigte keine weitere Verwarnung.
Die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Bayern München bedeutet einen herben Rückschlag für Borussia Dortmund im Titelrennen. Schlotterbecks deutliche Worte im Interview zeigen die Frustration über die verlorenen Punkte und die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, die das Spiel maßgeblich beeinflusst haben.



