TV-Kritik: Schweini als Hirnforscher und Klopps Noch-Tics bei der WM
Schweini als Hirnforscher und Klopps Noch-Tics bei der WM

Die Fußball-WM ist erst fünf Tage alt, doch die TV-Experten drehen bereits völlig am Kabel. Bastian Schweinsteiger outete sich in der ARD als Hirnforscher, Jürgen Klopp nutzte ein Dämmlich-Geständnis als Exit-Strategie, Thomas Müller wurde zum Ernährungsberater, Johannes B. Kerner empfahl eine Delfin-Therapie, und Laura Wontorra verteilte Rapper-Ketten. Für die Zuschauer war ein deutsches Auftaktspiel nie unterhaltsamer – die Einschaltquote im Ersten lag bei gigantischen 23,4 Millionen.

Ein Erdrutschsieg und Major Tom

Der 7:1-Erdrutschsieg gegen die Likör-Insel Curacao sorgte für Begeisterung, dazu kam viel Thermik auf allen Programmen. Im Stadion von Houston wurde nach jedem DFB-Tor „Major Tom“ gespielt – ein Ohrwurm, der an Authentisch-Fan Jens Spahn (46/CDU) erinnert. Ob er am Sonntag wieder im 3-Streifen-Trainingsjäckchen (Farbton: „Semi Flash Aqua“) vor dem Fernseher saß? Hilfe, schalten wir lieber schnell zur Noch-Affäre um Jürgen Klopp (58/Global Head of Magenta-Comedy) und Catwalk-Bundestrainer Julian Nagelsmann (38/drei Outfits in 90 Minuten).

Klopps umstrittener Spruch

Mit dem Satz „Zum Glück macht Julian Nagelsmann die Aufstellung – noch. Noch!“ zur Unzeit im Rahmen der WM-Eröffnung hatte Phantom-Bundestrainer Klopp (wird als potenzieller Nachfolger gehandelt) sich den Zorn der Branche aufgehalst und für mächtig Unruhe gesorgt. Höhepunkt: In der Kult-Sendung „Doppelpass“ von Moderator Florian König (58/Sport 1) holte Stefan Effenberg (57), seit der USA-WM 1994 für Achtsamkeitsmeditationen im DFB-Lager bekannt, den Zeigefinger heraus und warf Klopp Kneipen-Jargon vor. Weltmeister Andy Möller (58) urteilte: „Respektlos, ein No-Go!“

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Hirnforscher Schweini und die Klopp-Tics

Der Doppelpass-Zuschauer dachte logisch: Klopp würde sofort nach dem Aufwachen in Texas (–6 Stunden) den Stetson-Cowboyhut vom Nachttisch grabbeln und noch vor dem ersten Morgenkaffee zur Beichte galoppieren. Fast! Als MagentaTV mit Klopp, Thomas Müller (36/„Bei uns ist immer ein bisschen Schmäh dabei. Wir werden uns nicht verbiegen.“) und Johannes B. Kerner (61) eineinhalb Stunden vor dem Deutschland-Kick auf Sendung ging, wurde zunächst weiter gejuxt. Berauscht von den neuesten Magenta-Quoten (rund 5 Mio. Abo-Kunden), der eigenen Hybris oder weil es schlicht gute Unterhaltung ist? Unklar.

Selbst als der weiße DFB-Gandalf Rudi Völler (66) dem Stand-up-Duo Müller/Klopp in einem soften Waldi-Moment („Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig.“) ein deeskalierendes Rollengespräch anbot, um „Grundsätzliches zu klären“, kam es zunächst zu keiner Wende. Derweil näherte sich auch ARD-Experte Bastian Schweinsteiger (41) im Interview mit Nagelsmann holprig-schüchtern der Noch-Thematik und erntete Vorgedachtes: „Mein Job ist, dass wir ein gutes Turnier spielen.“

Kerners Delfin-Therapie

Bei Magenta suchte Showmaster Kerner in Infantino-Manier („Einfach mal chillen.“) eine Lösung, um die selbst angeschobene Welle abzuflachen: „Für diejenigen, die noch auf der Palme sind, einfach mal mit Delfinen schwimmen, bisschen runterkommen.“ Anstatt RB-Boss Klopp noch nach dem möglichen Trainerwechsel bei seinem Klub Leipzig zu fragen, ging die Bewerbungsrunde für die nächste LOL-Staffel („Der Letzte, der lacht“/Amazon Prime) unkontrolliert weiter.

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  • Klopp zu Müller: „Jetzt hast Du das Wort noch 2-mal benutzt!“
  • Müller: „Ach so, das ist ja eigentlich für Dich gepachtet. Wusste nicht, dass Du das exklusiv hast. Ich gebe Dir nachher einen Fünfer für das Copyright.“
  • Müller auf Völlers Gesprächsangebot: „Ich setze mich immer gerne mit euch zusammen.“
  • Klopp grinsend: „Noch! (...) Wir sind mehr für die Komik zuständig, hat er gesagt.“
  • Müller: „Man hört das, was man hören will. Rudi ist auch dafür zuständig, das Gebilde zu beschützen.“

▶ Noch, noch, noch – es ging so weit, dass besorgte Fans im Netz fragten, ob Klopp eventuell unter einem „Noch-Tourette“ (krankhaftes Ausrufen/Tics) leidet. Wie passend, dass im Konkurrenz-Sender ARD-Neurochirurg Schweini auftrat, der sich in Synapsen-Dingen auszukennen scheint. So erklärte Schweini seiner Kollegin Esther Sedlaczek (40/gewohnt souverän), dass Nagelsmann ein „schneller Denker ist“: „Julian hat ein schnelles Gehirn! Er schaltet sehr schnell, nimmt Einfluss, findet die richtigen Worte und kann pushen.“

Schweinis Geständnis und Klopps Abbitte

„Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können“ – Schweini nach Weltmeister jetzt Hirnforscher: Diese Nachricht schaffte es NOCH während des Spiels via senderübergreifendem Expertenfunk zu Klopp, der seine prekäre Lage neu bewertete und blitzschnell handelte. Statt weiterer Witze gab es nun Abbitte bei 7:1-Nagelsmann. Mit einem erstaunlichen Klopp-Geständnis: „Das Unwort meines Jahres habe ich bereits gefunden – das ist noch. Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber es war schon zu spät und ich war im Fernsehen. Das ist flapsig rausgerutscht und hat überhaupt keine Relevanz. Was ich festgestellt habe: Ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich!“

Wäre Klopp („Wir alle sind Team Deutschland. Wir alle wollen Weltmeister werden!“) das auch nach einem 1:1-Endstand gegen Curacao eingefallen? Dr. Schweinsteiger, bitte bis zur nächsten Sendung einmal per EEG die Hirnströme beim Kollegen messen! Wir sind überzeugt: Die Antwort ist JA. Klopp ist kein Wegducker, eher ein Zu-schnell-Sprecher! So wie Radio Müller, der an der Seitenlinie Ex-Kollege Schweini um den Bauch fasst und analysiert: „Den Basti kann man so schön kuscheln, der ist ein kleiner Teddybär geworden.“

Houston, unsere TV-Experten sind verrückt geworden!