Torwart-Legende Sepp Maier kritisiert Nagelsmann: 'Wenn stimmt, was man hört, ist das Ding durch'
Sepp Maier kritisiert Nagelsmann: 'Das Ding ist durch'

Torwart-Legende Sepp Maier übt scharfe Kritik an Nagelsmanns Umgang mit Neuer

Die Diskussion um Manuel Neuers mögliche Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft nimmt keine Ende. Nach Neuers starken Leistungen für den FC Bayern, insbesondere im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid, ist die Debatte neu entfacht. Im exklusiven Interview mit SPORT1 äußert sich Torwart-Legende Sepp Maier nun deutlich zu der kontroversen Situation und übt dabei ungewöhnlich scharfe Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann.

'Das Verhältnis ist kaputt' – Maier sieht keine Zukunft für Neuer unter Nagelsmann

Sepp Maier, Weltmeister-Torwart von 1974 und langjähriger Torwart-Trainer bei Bayern München und der Nationalmannschaft, zeigt sich im Gespräch mit SPORT1 deutlich verärgert über die aktuelle Entwicklung. 'Wenn das stimmt, was man so hört, dann ist das Ding durch', erklärt Maier mit seiner typischen Direktheit. 'Das Verhältnis ist kaputt. Einen zerbrochenen Maßkrug kannst du auch nicht mehr hinbekommen.'

Der 80-jährige Experte bezieht sich dabei auf Gerüchte über ein angespanntes Verhältnis zwischen Neuer und Nagelsmann. 'Und wenn sogar Lothar Matthäus sagt, das Tischtuch ist zerschnitten – ja mei, dann kannst du es eigentlich einrahmen und an die Wand hängen', fügt Maier mit einem Lachen hinzu, bevor er ernster wird: 'Das wird nichts mehr.'

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Sportliche Argumente sprechen klar für Neuer

Für Maier ist die sportliche Entscheidung eindeutig. Nach Neuers Leistung gegen Real Madrid fragt er rhetorisch: 'Ja, spinne ich denn? Der Manu hat gehalten, da hätte es mich früher zerrissen im Tor. Das ist doch keine normale Leistung mehr – das ist Zauberei mit Handschuhen.'

Der ehemalige Torhüter kritisiert, dass heute zu viele nicht-sportliche Faktoren in die Entscheidungsfindung einfließen würden. 'Ich frage mich da schon – geht's jetzt um Eitelkeiten oder um Leistung?', stellt Maier klar. 'Du kannst doch nicht so einen Torwart draußen lassen, nur weil's menschlich knirscht. Das ist doch kein Betriebsausflug, das ist die Nationalmannschaft. Manu ist nach wie vor die Nummer 1 in Deutschland.'

Nagelsmanns analytischer Ansatz stößt auf Unverständnis

Maier äußert grundsätzliches Unverständnis für den modernen Fußball, den er als zu stark durchanalysiert empfindet. 'Früher hast du deine besten Leute aufgestellt, Punkt', erklärt der Experte. 'Heute wird analysiert, moderiert, kommuniziert – und am Ende sitzt der Beste draußen.'

Der Bundestrainer Julian Nagelsmann wird dabei besonders kritisch betrachtet. 'Der Julian Nagelsmann wirkt auf mich oft wie einer, der alles perfekt vorbereiten will – das ist ja auch seine Stärke', räumt Maier ein, bevor er fortfährt: 'Aber Fußball ist keine Excel-Tabelle! Da brauchst du Gefühl, Hierarchie, Respekt.'

Weitere Personalentscheidungen hinterfragt

Maier erweitert seine Kritik auf weitere Personalentscheidungen des Bundestrainers. Besonders die Behandlung von Deniz Undav stößt ihm sauer auf. 'Für mich ist er einer der formstärksten Stürmer, die wir aktuell haben – und bekommt trotzdem nicht das Vertrauen, das seiner Form entspricht', moniert der Experte.

Der ehemalige Nationaltorwart betont, dass solche Entscheidungen 'zumindest erklärungsbedürftig' seien und sich der Bundestrainer damit 'garantiert nicht nur Freunde' mache. Maier sieht hier ein Muster: 'Wird da wirklich nur nach Leistung entschieden?'

Rückblick auf legendäre WM-Vorbereitungen

Im Gespräch mit SPORT1 blickt Maier auch auf seine eigenen Erfahrungen als Nationalspieler zurück. Die legendäre Vorbereitung auf die Heim-WM 1974 im sogenannten 'Geist von Malente' beschreibt er als prägend. 'Malente war wie ein Klassentreffen mit Fußballschuhen. Da war Leben drin, da war Gaudi!'

Der Weltmeister von 1974 erzählt eine Anekdote über Kartenabende, bei denen nicht um Geld, sondern um Dienste gespielt wurde. 'Da sind gestandene Nationalspieler nervös geworden wie Schulbuben!', erinnert sich Maier lachend. 'Sowas schweißt zusammen!'

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Im Kontrast dazu sieht er die heutige Zeit kritisch: 'Heute? Da hat jeder seinen eigenen Physio, seinen eigenen Plan und wahrscheinlich noch einen eigenen Kaffeeberater.'

Klare Empfehlung für Neuers Zukunft

Auf die Frage nach seinem Rat für Manuel Neuers Zukunft antwortet Maier knapp und deutlich: 'Ganz einfach: 'Manuel, lass dich nicht narrisch machen – und spiel einfach weiter.''

Der Experte ist überzeugt, dass Neuer bei Bayern München verlängern und dann 'die Karriere im nächsten Jahr beenden' wird. Maier betont noch einmal Neuers Bedeutung: 'So einen wie den Manuel stellst du auf – und redest danach.'

Abschließend verweist er auf Neuers emotionalen Jubel nach Leon Goretzkas Tor am Millerntor: 'Da merkst du, wie sehr er noch für den FC Bayern brennt.' Für Maier steht damit fest: Die sportlichen Argumente für eine Rückkehr Neuers ins Nationalteam sind erdrückend – ob sich Bundestrainer Nagelsmann davon überzeugen lässt, bleibt fraglich.