Mainzer Neu-Stürmer Sheraldo Becker im exklusiven Interview
Er ist der vierte Winter-Neuzugang bei Mainz 05 und bringt wertvolle Bundesliga-Erfahrung mit: Sheraldo Becker (31). Der holländische Stürmer absolvierte 105 Bundesliga-Spiele für Union Berlin, bevor er vor zwei Jahren nach Spanien wechselte. Nach seinem Debüt als Einwechselspieler beim 2:0-Sieg gegen Augsburg spricht Becker nun über seinen Wechsel, den aktuellen Abstiegskampf und seine internationalen Ambitionen mit dem Karibik-Staat Suriname.
Die Verbindung zu Trainer Urs Fischer
Becker erklärt seine Entscheidung für Mainz: „Ich habe viereinhalb Jahre mit Trainer Urs Fischer zusammengearbeitet. Nach der Verletzung von Hollerbach haben wir gesprochen, ob ein Wechsel möglich ist. Am Ende habe ich Ja gesagt und freue mich, nach zwei Jahren wieder mit ihm zu arbeiten. Der Trainer ist direkt und ehrlich. Seinen Spielplan kenne ich bereits seit viereinhalb Jahren – vor jedem Spiel und jedem Training. Wir wissen beide genau, was wir zu tun haben.“
Die Conference League und Europa-League-Träume
Becker wurde für die Conference League nicht nominiert, während die anderen drei Winter-Neuzugänge berücksichtigt wurden. Dazu sagt der Stürmer: „Ich bin am letzten Transfertag gekommen, da musste eine Entscheidung getroffen werden. Es ist schade, aber mein Fokus liegt jetzt vollständig auf der Liga.“ Dennoch hofft er auf den Sieg in der Conference League und die damit verbundene Qualifikation für die Europa League: „Dann bin ich wieder dabei!“ fügt er lachend hinzu.
Zwei Jahre in Spanien: Höhen und Tiefen
Über seine Zeit bei Real Sociedad und Osasuna berichtet Becker offen: „Die ersten sechs bis acht Monate bei Real Sociedad waren großartig. Ich habe viel gespielt und Tore geschossen. Dann kamen kleinere Verletzungen. Nach anderthalb Jahren gab es einen Trainerwechsel. Der neue Trainer sagte mir, dass ich bei ihm nicht viel spielen würde. Da habe ich beschlossen zu wechseln.“
Seine Entscheidung für Osasuna bereut er teilweise: „Der Verein war gut, die Menschen waren nett – alles war in Ordnung, nur die Spielminuten reichten nicht aus. Wenn man nicht spielt, ist das einfach scheiße.“
WM-Chance mit Suriname und soziale Verantwortung
Becker spielt seit 2021 für Suriname, das Heimatland seiner Eltern. Im März geht es um die historische WM-Qualifikation. „Wir haben eine Aufgabe für unser Land“, betont Becker. „Den Menschen dort geht es nicht besonders gut. Ein Polizist verdient vielleicht 250 Euro im Monat. Was sie lieben, ist uns beim Fußballspielen zuzusehen. Wenn wir erfolgreich sind, kann das auch der Wirtschaft helfen.“
Der Abstiegskampf mit Mainz 05
Im aktuellen Saisonendspurt will Becker der Mannschaft mit seiner Geschwindigkeit helfen: „Ich kann Tore schießen und Flanken schlagen. Egal wer spielt, unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir befinden uns jetzt in einer guten Phase. Die Fans glauben an die Mannschaft, und das gibt uns ein positives Gefühl.“
Mit seiner Erfahrung und Entschlossenheit könnte Sheraldo Becker zu einem Schlüsselspieler im Kampf um den Ligaverbleib werden – und vielleicht sogar den Weg in die Europa League ebnen.



