Spionage-Verdacht und brennender Schal: Eklat im ÖFB-Cup-Halbfinale eskaliert
Spionage-Verdacht und brennender Schal: Eklat im ÖFB-Cup

Spionage-Verdacht und brennender Schal: Eklat im ÖFB-Cup-Halbfinale eskaliert

Der österreichische Fußballcup erlebte am Mittwochabend dramatische Szenen, die beinahe in handgreiflichen Auseinandersetzungen geendet hätten. Nach dem mit großer Spannung erwarteten Halbfinale zwischen der SV Ried und dem Linzer ASK kochten die Emotionen auf dem Rasen und in den Fankurven über. LASK-Trainer Dietmar Kühbauer wurde nach seinem provokativen Jubel in Richtung der Heimfans fast körperlich angegriffen, nur das beherzte Eingreifen von Ried-Torwart Andreas Leitner und Sportdirektor Wolfgang Fiala verhinderte Schlimmeres.

Provokationen und beinahe körperliche Auseinandersetzung

Direkt nach dem Schlusspfiff des mit 2:1 nach Verlängerung gewonnenen Spiels für den LASK Linz eskalierte die Situation. Kühbauer, der gerade ein Interview für den ORF in Stadionnähe gab, feierte seinen Sieg demonstrativ vor den Rieder Heimfans. Mehrere teils vermummte Personen machten sich daraufhin auf den Weg in Richtung des Trainers, wurden aber im letzten Moment von Leitner und Fiala aufgehalten. „Muss ich angeschüttet werden? Habe ich was falsch gemacht? Habe ich das 2:1 geschossen? War ich am Feld?“, fragte ein sichtlich aufgebrachter Kühbauer später auf der Pressekonferenz.

Chronologie eines Fußball-Dramas

Der Ausbruch markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Serie emotional aufgeladener Ereignisse in den vergangenen Wochen. Alles begann mit der Absage des ursprünglich angesetzten Halbfinales vor zwei Wochen aufgrund von dichtem Nebel. Diese Entscheidung sorgte bereits für ersten Unmut zwischen den Vereinen. Anschließend warf Ried-Coach Max Senft dem LASK Trainingsspionage vor, was Kühbauer entschieden zurückwies: „Ich bin bald 20 Jahre Profitrainer, in dieser Zeit habe ich noch nie einen meiner Mitarbeiter auf einen anderen Platz geschickt.“

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Ein Video, das Ried-Präsident Thomas Gahleitner zeigt, wie er im VIP-Klub des Vereins einen LASK-Schal anzündet, heizte die Stimmung weiter an. Kühbauer kommentierte diese Aktion mit den Worten: „Das war sinnbefreit vom Präsidenten.“

Verweigerter Handschlag und verbale Scharmützel

Für zusätzlichen Zündstoff sorgte der verweigerte Handschlag zwischen den beiden Trainern nach Spielende. Senft äußerte sich enttäuscht: „Ich handhabe jedes Spiel gleich. Wenn wir die Verlierer sind, ist einer meiner ersten Wege zum gegnerischen Trainer für den Handshake. So habe ich es gelernt bekommen.“ Kühbauer begründete seine Entscheidung mit dem Verhalten seines Kollegen an der Seitenlinie: „Wie der Senft sich über 90 Minuten auf der Bank präsentiert, und zwar jede Woche, und dann auch noch seine Spieler zur Rudelbildung auffordert ...“ Er betonte, dass es für ihn kein Zurück mehr gebe und er Senft nie wieder die Hand geben werde.

Spieler reagieren auf Fan-Provokationen

Auch auf dem Feld blieb es nicht bei sportlichen Auseinandersetzungen. LASK-Stürmer Sasa Kalajdzic, ehemaliger Bundesliga-Profi bei VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt, reagierte auf Beschimpfungen aus den Rängen mit einer provokativen Geste. „Ich bin normalerweise keiner, der provoziert, das mache ich nicht gerne. Aber heute war so ein Tag, an dem wirklich übertrieben wurde. Manche Dinge sind unter der Gürtellinie gewesen“, erklärte der österreichische Nationalspieler.

Ausblick auf das Cupfinale

Mit dem hart erkämpften 2:1-Sieg nach Verlängerung hat sich der LASK Linz für das ÖFB-Cupfinale am 1. Mai qualifiziert, wo der Verein auf den SCR Altach treffen wird. Die emotional aufgeladene Atmosphäre und die zahlreichen Zwischenfälle werfen jedoch bereits jetzt einen Schatten auf die bevorstehende Begegnung. Kühbauer fasste die Stimmung in Ried zusammen: „Ich will nicht Hass in den Mund nehmen, aber es fühlt sich hier so an. Du kommst her und bist immer der Feind.“

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