Frust und hängende Köpfe beim FC St. Pauli nach der 1:2-Heimpleite gegen Mainz 05. Es war die allerletzte Chance, um noch einmal in Richtung direkter Klassenerhalt zu schauen. Vor ein paar Wochen hatte St. Paulis Chef-Coach Alexander Blessin (52) auch das Ziel ausgegeben, die Relegation möglichst zu vermeiden. Das könnte jetzt auch nach dieser Niederlage Realität werden – allerdings aus einem anderen Grund: Die Kiez-Kicker steigen nach solchen Horror-Auftritten direkt aus der Bundesliga ab.
So vermeidet St. Pauli die Relegation...
Eine Reaktion nach dem Minus-Auftritt von Heidenheim (0:2) war das Ziel. Ein Video der Fans sollte neue Motivation bringen. Ein paar Minuten zu Beginn sah es danach aus – bis zu einem erneuten Blackout. Das Zuspiel von Hauke Wahl auf Eric Smith war einfach eine Katastrophe, die zum 0:1 führte (6.). Ehrenwert, dass beide die Schuld auf sich nahmen. Wahl sagte: „Den darf ich nie so spielen, mein Fehler.“ Smith ergänzte: „Das muss ich trotzdem besser lösen.“
Ein „Suckerpunch“, ein Tiefschlag, wie Kapitän Jackson Irvine das Gegentor nannte. Blessin meinte: „Solche Geschenke killen uns.“ Denn das, was folgte, war ein erneuter Offenbarungseid – zumindest in den ersten 45 Minuten. Harmlos, hilflos, ideenlos. Ohne Energie agierten die Kiez-Kicker, die froh sein konnten, dass nur noch das 0:2 (40.) fiel.
Neben Aufmunterung waren eine Menge Pfiffe die Quittung zur Pause – auch gegen den Trainer, der dazu sagte: „Dem muss ich mich stellen. Aber ich bin der Unwichtigste bei der ganzen Sache.“ Mit Connor Metcalfe, Adam Dzwigala, Abdoulie Ceesay und Martijn Kaars kam nach der Pause zumindest ein Ticken mehr Offensiv-Drang ins Spiel. Allerdings hätte Mainz die Kiez-Kicker da längst endgültig killen können. Das späte Anschluss-Tor von Ceesay (87.) verfälschte deshalb den abstiegswürdigen Auftritt.
Ein Funken Hoffnung für den Schlussspurt
Der Schluss-Spurt ist trotzdem das Einzige, was St. Pauli noch ein bisschen Hoffnung macht, nicht direkt abzusteigen. Klar, man hat es wahrscheinlich gegen Wolfsburg am letzten Spieltag noch in der eigenen Hand, vorher geht es nach Leipzig. Aber mit solchen Leistungen wird die Relegation tatsächlich vermieden – allerdings in die falsche Richtung.



