Schärfste Kritik an Matthias Sammers Berater-Aussagen
Im Fußballgeschäft ist ein heftiger Schlagabtausch entbrannt. Nach den kontroversen Aussagen von Matthias Sammer über Spielerberater hat nun einer der prominentesten Vertreter der Branche scharf zurückgeschlagen. Star-Berater Volker Struth, der unter anderem Toni Kroos und Bundestrainer Julian Nagelsmann betreut, übt deutliche Kritik an den Äußerungen des ehemaligen Bayern-Funktionärs.
Sammer fordert Abschaffung der Berater
Der Auslöser der Kontroverse war ein Auftritt von Matthias Sammer beim Sender Sky. Im Zusammenhang mit dem Vertragsstreit um Dayot Upamecano beim FC Bayern erklärte der 58-jährige TV-Experte und externe Berater von Borussia Dortmund unmissverständlich: „Ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld, zweitens sind sie unnötig, drittens schafft das keine gute Konstellation zwischen Spieler und Verein.“
Diese radikale Forderung stieß in der Berater-Szene auf massive Ablehnung und löste eine hitzige Debatte über die Rolle von Vermittlern im Profifußball aus.
Struth wirft Sammer Populismus und Heuchelei vor
Volker Struth reagierte im Bild-Podcast Phrasenmäher mit deutlichen Worten auf Sammers Vorstöße. „Das finde ich schon heftig. Da ist eine große Portion Populismus dabei und ein Stück weit auch Heuchelei“, kritisierte der einflussreiche Berater die Aussagen des ehemaligen Sportvorstands.
Besonders pikant: Struth erinnerte Sammer an dessen eigene Vergangenheit in der Berater-Branche. „Er war ja selbst Berater und hat sich in dem Business mal versucht. Wer weiß, was er heute machen würde, wenn es geklappt hätte?“, fragte Struth rhetorisch und unterstrich damit die Widersprüchlichkeit von Sammers Position.
Konkreter Vorwurf: Doppelmoral im Götze-Transfer
Der Berater schilderte zudem eine bemerkenswerte Episode aus der Zeit von Sammers Tätigkeit als Funktionär beim FC Bayern München. „Ich erinnere mich auch, wie er mich als Sportvorstand von Bayern München jeden Tag angerufen hat, als es um den Transfer von Mario Götze ging. Er wollte diesen Spieler unbedingt“, so Struth.
Sammer wisse genau, dass dieser Transfer „ohne ein gewisses Drehbuch“ nicht funktioniert hätte, betonte der Berater. Struth erinnerte sich sogar daran, dass er persönliche Bedenken hatte: „Am Tag vor dem Transfer haben ich Mario und seinen Vater bei mir im Büro gehabt und habe gesagt, dass ich ein Scheiß-Gefühl habe.“
Emotionale Reaktionen und Morddrohungen
Der Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München im Jahr 2013 hatte damals für enorme öffentliche Reaktionen gesorgt. Struth sprach in diesem Zusammenhang von „Morddrohungen und Polizeischutz vor meiner Tür“ – ein Hinweis auf die emotional aufgeladene Atmosphäre, die solche Transfers im Profifußball begleiten kann.
Abschließend appellierte Struth an eine differenzierte Betrachtung: „Nicht alle Berater in einen Sack zu hauen - das wäre mal meine erste Bitte.“ Der Star-Berater forderte damit eine sachlichere Diskussion über die Rolle von Vermittlern im modernen Fußballgeschäft.
Brancheninterner Konflikt mit Signalwirkung
Der Schlagabtausch zwischen zwei einflussreichen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs zeigt die tiefen Gräben, die in der Debatte um Spielerberater existieren. Während Sammer die Abschaffung der gesamten Branche fordert, verteidigt Struth deren Existenzberechtigung und verweist auf die praktische Notwendigkeit professioneller Vermittlung.
Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen auf:
- Welche Rolle sollten Berater im modernen Profifußball spielen?
- Wie lässt sich Transparenz in Transfergeschäften erhöhen?
- Wo liegen die Grenzen zwischen legitimer Vertretung und übermäßigem Einfluss?
Die Diskussion dürfte angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des Fußballgeschäfts und der weiter steigenden Transfersummen auch in Zukunft an Relevanz gewinnen.



