VfB Stuttgart präsentiert historische Trikot-Schätze im Wert von fast 200.000 Euro
Stuttgarter Trikot-Schatz: Fast 200.000 Euro wert

Fast 200.000 Euro wert: VfB Stuttgart enthüllt seinen historischen Trikot-Schatz

Der VfB Stuttgart feiert das 100-jährige Jubiläum seines ikonischen Brustrings mit einer außergewöhnlichen Ausstellung im Schauspiel Stuttgart. Unter dem Titel "Ein Trikot schreibt Geschichte" präsentiert der Verein eine beeindruckende Sammlung historischer Trikots aus seiner über ein Jahrhundert umspannenden Vereinsgeschichte.

Besondere Exponate mit hohem ideellem Wert

Zu den Highlights der Ausstellung gehört das Trikot, das Atakan Karazor beim Pokalsieg im Mai 2025 trug, als der VfB im Finale mit 4:2 gegen Bielefeld gewann. Ein weiteres Juwel ist ein Original-Trikot der Vereinslegende Hansi Müller aus den späten 1970er Jahren. Nach Informationen sind alle gezeigten Trikots zusammen mit etwa 200.000 Euro versichert, doch wie Klub-Historiker Dr. Florian Gauß betont: "Der ideelle Wert ist absolut unbezahlbar."

Das legendäre Anti-Rassismus-Trikot von 1992/93

Ein besonders bedeutungsvolles Exponat ist das Sondertrikot aus der Bundesliga-Saison 1992/93 mit der Aufschrift "Mein Freund ist Ausländer". Am letzten Hinrunden-Spieltag am 12. Dezember 1992 verzichteten die Klubs damals auf Trikot-Sponsoren, um mit diesem Slogan ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Der VfB trug das rote Auswärtsshirt beim 1:1 in Bremen, wobei die Stürmer-Legenden Wynton Rufer und Fritz Walter die Tore erzielten.

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Dr. Florian Gauß erklärt die Besonderheit dieses Trikots: "Es ist schwer, eins herauszuheben, jedes einzelne ist besonders, aber das Sondertrikot 'Mein Freund ist Ausländer' war wohl das, das am schwersten zu besorgen war." Auch auf diesem Trikot war der Brustring prominent vertreten, während der damalige Hauptsponsor Südmilch Platz für die wichtige Botschaft machte.

Historische Aufarbeitung ohne Beschönigung

VfB-Boss Alexander Wehrle, der die Verbindung zwischen Fußball und Kultur besonders betont, hatte die Idee zur Ausstellung. Er unterstreicht die Bedeutung der historischen Aufarbeitung: "Wir wollen auch diejenigen erreichen, die nicht wertschätzen wollen, was eine Demokratie wert ist. Die Geschichte von früher darf sich nicht wiederholen."

Der Verein legt Wert darauf, seine Geschichte nicht zu beschönigen und thematisiert bewusst auch die Nazi-Zeit, in der der VfB nach Wehrles Worten "eher profitiert hat". Diese kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit ist dem Verein ein wichtiges Anliegen.

Vielfalt jenseits des klassischen Designs

Obwohl der VfB Stuttgart seit 100 Jahren für seine charakteristischen Trikots in Weiß mit rotem Brustring (Heim) und Rot mit weißem Brustring (Auswärts) bekannt ist, zeigt die Ausstellung eine überraschende Vielfalt. Neben goldenen, silbernen und olivfarbenen Trikots aus jüngerer Vergangenheit gab es Anfang der 1990er Jahre auch Ausweich-Shirts in lila oder türkisgrün.

Prominente Gäste und Sammlerstücke

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen rund 200 Gäste, darunter zahlreiche prominente ehemalige Spieler. Europameister Hansi Müller, Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel, Ex-Nationalspielerin Leonie Maier sowie die Deutschen Meister von 2007 Cacau, Serdar Tasci und Christian Gentner ließen sich die Zeitreise nicht entgehen.

Viele der Exponate sind handgefangen und wurden von den Sammlern Matthias Vafai und Matthias Kalafatis als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung "Ein Trikot schreibt Geschichte" ist noch bis zum 10. Mai im Schauspiel Stuttgart zu sehen, der Eintritt ist frei.

Alexander Wehrle fasst die Bedeutung der Ausstellung zusammen: "Der Brustring verbindet uns alle. Für uns war klar: Wenn wir 100 Jahre Brustring feiern, dann über die gesamte Saison hinweg. Umso schöner, dies nun gemeinsam mit unserem Hauptsponsor LBBW im Schauspiel Stuttgart umzusetzen und die Geschichte des VfB mitten in der Stadt erlebbar zu machen."

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