Tapalovic über Neuer: 'Ein Schlag ins Gesicht' - Ex-Torwarttrainer spricht über Ende bei Bayern
Tapalovic: 'Schlag ins Gesicht' - Ende als Neuers Bayern-Trainer

Tapalovic über sein Ende bei Bayern: 'Für uns beide ein Schlag ins Gesicht'

Anlässlich des 40. Geburtstags von Manuel Neuer hat dessen langjähriger Torwarttrainer Toni Tapalovic in einem exklusiven Interview über ihre bewegende gemeinsame Zeit gesprochen. Besonders emotional äußerte sich Tapalovic über sein plötzliches Ende beim FC Bayern München.

Eine Freundschaft, die den Profifußball überdauert

Toni Tapalovic und Manuel Neuer verbindet eine außergewöhnliche Beziehung, die weit über das rein Professionelle hinausgeht. Seit ihren gemeinsamen Jahren beim FC Schalke 04, wo sie zunächst Teamkollegen waren, hat sich eine tiefe Freundschaft entwickelt. Neuer ist sogar der Taufpate von Tapalovics Sohn.

'Wir kennen uns mittlerweile schon sehr lange', erklärt Tapalovic. 'Und klar, deswegen ist er auf jeden Fall auch ein Teil der Familie.' Diese persönliche Bindung bildete die Grundlage für ihre erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Bayern.

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Vom Teamkollegen zum Torwarttrainer

Der Übergang vom Mitspieler zum Trainer gestaltete sich für Tapalovic überraschend reibungslos. 'Wir haben immer offen gesprochen', erinnert er sich. 'Schon als ich zweiter Torwart auf Schalke war, haben wir gemeinsam Fehleranalysen gemacht. Das hat sich später in meiner Funktion als sein Torwarttrainer nicht geändert.'

Die entscheidende Weichenstellung erfolgte 2011, als die Bayern nach dem Weggang von Torwarttrainer Franz Hoeck einen Nachfolger suchten. Neuer schlug seinen Freund vor, obwohl Tapalovic zu diesem Zeitpunkt nur Erfahrung im Jugendbereich gesammelt hatte.

Das entscheidende Vorstellungsgespräch bei Heynckes

Ein denkwürdiges Treffen mit Jupp Heynckes sollte über Tapalovics Zukunft entscheiden. 'Ich bin nassgeschwitzt zu ihm nach Hause nach Schwalmtal gefahren', beschreibt Tapalovic die angespannte Situation. 'Wenn Jupp, und er ist schon eine Persönlichkeit, sein Veto eingelegt hätte und nein gesagt hätte, wäre ich kein Torwarttrainer geworden.'

Heynckes vertraute dem jungen Trainer trotz fehlender Profierfahrung - eine Entscheidung, die sich als Glücksgriff erweisen sollte. Gemeinsam mit Neuer gewannen sie 2013 das historische Triple.

Das Geheimnis von Neuers Erfolg

Tapalovic wehrt bescheiden ab, wenn es um seinen Anteil an Neuers Entwicklung zum Welttorhüter geht. 'Ich würde mich da selbst nicht hervorheben', betont er. 'Auch seine vorherigen Torwarttrainer auf Schalke haben einen Anteil daran. Ich habe das weitergeführt. Zum Schluss hat er viel auch selbst gemacht.'

Dennoch macht er deutlich: 'Ohne die Erfolge mit dem Team wäre er nicht Welttorhüter geworden. Du kannst der beste Torwart sein, aber wenn du keine Titel gewinnst, bist du kein Welttorhüter.'

Das abrupte Ende und die besondere Freundschaft

Besonders emotional wird Tapalovic, wenn er über sein plötzliches Ende beim FC Bayern spricht. 'So wie es gelaufen ist, war es nicht schön', sagt er mit spürbarer Betroffenheit. 'Es war für uns beide ein Schlag ins Gesicht, weil wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen. Entsprechend schwer war es für uns, das zu verstehen.'

Trotz dieser schwierigen Erfahrung betont Tapalovic die Beständigkeit ihrer Freundschaft. 'Egal was ist: Man kann sich immer auf ihn verlassen. Wenn man ihn braucht, ist er da.' Eine solche Verbindung sei im Profifußball äußerst selten.

Neuers außergewöhnlicher Charakter

Was Manuel Neuer besonders mache, sei sein unermüdlicher Ehrgeiz. 'Er will immer gewinnen und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft, egal was ist', schwärmt Tapalovic. 'Selbst wenn er fünf Tage nicht trainiert, Fieber hat und normalerweise nicht spielen dürfte, ist er derjenige, der sagt, ich will der Mannschaft helfen und stelle mich ins Tor.'

Zum 40. Geburtstag wünscht Tapalovic seinem Freund vor allem Gesundheit und familiäres Glück. Die materiellen Geschenke treten dabei in den Hintergrund - wichtiger sei die gemeinsame Zeit mit den Familien.

Die Geschichte von Tapalovic und Neuer bleibt damit eine der bemerkenswertesten Trainer-Spieler-Beziehungen im deutschen Fußball, geprägt von Vertrauen, gemeinsamen Erfolgen und einer Freundschaft, die selbst berufliche Brüche übersteht.

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