Terra X-Doku enthüllt: DDR-Sportsystem mit Medaillen um jeden Preis
Terra X-Doku: DDR-Sportsystem mit Medaillen um jeden Preis

Die neue „Terra X“-Dokumentation mit dem Titel „Das Geheimnis der DDR-Sportelite“ beleuchtet die Schatten- und Glanzseiten des Leistungssports in der DDR. Dabei wird unter anderem die Geschichte der Schwimmerin Kornelia Grummt-Ender erzählt, die bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal vier Goldmedaillen gewann.

Vom Hüftleiden zur Spitzenschwimmerin

Als Kind bekam Grummt-Ender wegen Hüftproblemen ärztlich verordnet, schwimmen zu gehen. Was zunächst aus gesundheitlichen Gründen begann, entwickelte sich schnell zu einer Karriere im Spitzensport. Ihr Talent blieb nicht unentdeckt: Bereits im Alter von elf Jahren geriet die in Bitterfeld aufgewachsene Grummt-Ender in die Talentsichtung der DDR. 1970 wechselte sie mit zwölf Jahren an eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Halle, wo sie gezielt gefördert wurde – mit der klaren Perspektive, internationale Erfolge zu erzielen.

Strenge Regeln und verbotene Kontakte

Bereits zwei Jahre später startete Grummt-Ender bei den Olympischen Spielen in München. Neben den schönen Erinnerungen sind heute vor allem die strikten Vorgaben für DDR-Sportler präsent. Der Kontakt zu den Sportlern aus der Bundesrepublik Deutschland war reglementiert. So erläutert Grummt-Ender eine Anekdote rund um die Florena-Seife: Die eigene Seife kam „natürlich nicht ran“ an das Shampoo aus dem Westen. „Ich hätte gerne mal gesagt: Krieg ich nicht einmal für eine Haarwäsche ein bisschen was ab?“, so Grummt-Ender. Aber das sei verboten gewesen. „Wir wussten, wir dürfen nicht miteinander reden“, erzählt die ehemalige Spitzensportlerin. Trotzdem sicherte sie sich bei den Spielen 1972 die Silbermedaille und war damit die jüngste Medaillengewinnerin der Spiele.

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Sportschulen zwischen Förderung und Druck

Die Bedingungen an der Sportschule, die Grummt-Ender besuchte, waren auf Höchstleistung ausgelegt. Moderne Trainingsmethoden und Ausstattung sollten den Erfolg sichern. So erinnert sie sich an einen speziellen Strömungskanal, der eigens für die Schule angeschafft worden sein soll. Gleichzeitig brachten Erfolge den Kindern Privilegien: Aufgrund ihrer Leistungen erhielt Grummt-Ender zeitweise Einzelunterricht. Doch das System war streng selektiv. Viele Talente schafften es gar nicht erst an eine Sportschule, und Hintergrundchecks durch die Stasi entschieden mit darüber, wer gefördert wurde. Für diejenigen, die es schafften, war der Preis hoch: Der Alltag hatte wenig mit einem normalen Kinderleben zu tun, intensive Trainingslager und strenge Abläufe bestimmten den Tagesrhythmus. Über die enorme Belastung sei kaum gesprochen worden.

Karrierehöhepunkt und Rücktritt

1975 wurde Grummt-Ender zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt. Mit gerade einmal 17 Jahren ging sie bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal als Favoritin an den Start – und gewann vier Goldmedaillen. 1976 beendete sie ihre Karriere auf dem Höhepunkt. Die Dokumentation „Das Geheimnis der DDR-Sportelite“ ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.

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