Thiounes klare Position: Warum der Werder-Coach den Eta-Hype nicht versteht
Die Ernennung von Marie-Louise Eta (34) zur ersten Cheftrainerin in der Geschichte der Männer-Bundesliga hat international für Aufsehen gesorgt. Auch bei Werder Bremen ist man sich der Bedeutung dieses historischen Schrittes bewusst, schließlich trug die ehemalige Werder-Spielerin von 2014 bis 2018 das Trikot der Frauenmannschaft. Dass die Beförderung jedoch solch eine mediale Welle auslöst, kann Werder-Coach Daniel Thioune (51) nicht ganz nachvollziehen.
„Völlige Normalität“ für Thioune
„Für mich ist das völlige Normalität. Sie ist eine hochqualifizierte Kollegin. Da ist das Geschlecht auch völlig egal“, betont der Werder-Cheftrainer mit Nachdruck. Viel mehr freue er sich für Eta, dass sie nun auf der großen Bühne der Bundesliga ihr Können unter Beweis stellen dürfe. Thioune weiter: „Es geht darum, dass sie eine gute Trainerin ist und das jetzt allen zeigen kann.“
Der Trainer unterstreicht damit eine sachliche Perspektive, die sich auf die professionellen Qualifikationen konzentriert, anstatt das Geschlecht in den Vordergrund zu stellen. Ein direktes Duell zwischen Thiounes Werder Bremen und Etas Union Berlin wird es in dieser Saison allerdings nicht mehr geben. Die Bremer haben bereits beide Begegnungen gegen die Berliner gewonnen (1:0 und 4:1).
Etas Werdegang von Bremen nach Berlin
Marie-Louise Eta absolvierte zwischen 2014 und 2018 insgesamt 84 Spiele für die Werder-Frauen und erzielte dabei 19 Tore. Nach ihrer aktiven Karriere begann sie in der Jugendabteilung des Vereins ihre Trainerlaufbahn. Über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechselte sie 2023 zu Union Berlin, wo sie bis zuletzt als Co-Trainerin der U19 tätig war.
Bereits 2024 konnte Eta erste Bundesliga-Erfahrung als Assistentin von Marco Grote sammeln. Knapp zwei Jahre später übernimmt sie nun interimsweise die Cheftrainer-Position bei Union Berlin und soll den Klassenerhalt sichern. Ihre Beförderung markiert einen Meilenstein im deutschen Profifußball und wird weltweit als wichtiger Schritt für die Gleichberechtigung im Sport gewertet.
Thiounes Äußerungen zeigen dabei eine professionelle Haltung, die die Diskussion auf die sportliche Leistung lenken möchte, anstatt sie auf das Thema Geschlecht zu reduzieren. Der Werder-Coach betont damit die Normalität, die eigentlich im modernen Fußball selbstverständlich sein sollte.



