Türkei-Verbandschef steht nach WM-Aus zu Trainer Montella
Türkei: Verbandschef hält an Trainer Montella fest

Der türkische Fußballverband (TFF) hält nach dem enttäuschenden Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft an Nationaltrainer Vincenzo Montella fest. Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoglu stellte sich am Montag demonstrativ hinter den italienischen Coach und die gesamte Mannschaft. „Wir werden sowohl zum Trainer dieser Mannschaft als auch zu den Spielern stehen“, sagte Haciosmanoglu in einer Pressekonferenz. Er warnte davor, in Panik zu verfallen und überstürzte personelle Konsequenzen zu ziehen.

Kein Reflex wie bei Vereinen

Haciosmanoglu zog einen Vergleich zu den türkischen Profiklubs, die für ihre häufigen Trainerwechsel bekannt sind. „Das hier ist kein Verein. Wenn man sich die Vereinsmannschaften ansieht, kommt es gerade wegen der mangelnden Kontinuität zu Misserfolgen. Man kann hier nicht einfach 15 Spieler wegschicken und 15 neue holen“, betonte der 58-Jährige. Er rief zu Geduld und Vertrauen in den eingeschlagenen Weg auf.

Die türkische Nationalmannschaft war bei der WM in den USA nach zwei Niederlagen gescheitert: Zum Auftakt gab es ein 0:2 gegen Australien, anschließend ein 0:1 gegen Paraguay. Damit verpasste das Team um die Stars Arda Güler, Kenan Yildiz und Kapitän Hakan Calhanoglu den Einzug ins Achtelfinale deutlich. Die Leistung löste in der Heimat große Enttäuschung aus, doch Haciosmanoglu will keine Schuldzuweisungen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Stehen wir zu unseren Spielern“

„Man kann den Trainer nicht entlassen und einen neuen holen. Man kann den Vorsitzenden nicht abberufen und einen neuen einsetzen. Deshalb stehen wir zu unseren Spielern“, ergänzte der Verbandschef. Er versprach: „Wir tauschen niemals diejenigen, mit denen wir gemeinsam den Weg gegangen sind, gegen andere ein, die wir unterwegs treffen.“ Das türkische Volk werde hinter Trainer und Team stehen, zeigte er sich überzeugt: „Danach werden uns diese Jungs wieder dieselben Erfolge bescheren.“

Der 52-jährige Italiener Montella ist seit September 2023 im Amt. Ihm war es gelungen, die Türkei nach 24 Jahren wieder zu einer Weltmeisterschaft zu führen. Diesen Erfolg will der Verband nicht durch einen übereilten Rauswurf zunichtemachen. Haciosmanoglu kündigte an, dass der Verband den eingeschlagenen Weg mit Montella und dem aktuellen Kader fortsetzen werde. Die kommenden Monate mit Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2028 sollen die Wende bringen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration