Sigurd Haugen: 1860 München bangt um seinen besten Stürmer
Sigurd Haugen: 1860 München bangt um seinen besten Stürmer

Der Norweger traf gegen Regensburg doppelt und ist drittbester Torjäger der Liga. Doch Haugen könnte im Sommer Angebote erhalten.

München – Der weißblaue Aufstiegstraum geplatzt, die Stimmung gedämpft – und doch lieferte der TSV 1860 beim 2:2 gegen Regensburg einen Auftritt, der Mut machte. Moral bewiesen, eine weitere Ligapleite gegen den Angstgegner abgewendet, den Fans einen unterhaltsamen Abend geboten. Und vor allem: den verheerenden Eindruck des 0:3 von Cottbus korrigiert.

Einer war trotzdem bedient, als er in der Mixed Zone auftauchte. Ausgerechnet der Mann des Spiels: Doppelpacker Sigurd Haugen gehörte zu denen, die den Aufstiegsrechner im Hintergrund weiter laufen ließen. „Ich hatte Hoffnung und dachte, wir können es schaffen. So lange Gas geben, bis es nicht mehr möglich ist. Aber vielleicht ist es jetzt vorbei. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Norweger.

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Es spricht für Haugens Ehrgeiz, dass er die Saison nicht vorzeitig abgeschrieben hatte. Und genau so – mit unbedingtem Zug zum Tor – bewahrte er die Löwen auch gegen Regensburg vor einer weiteren Pleite. Vor dem 1:0 ließ er mehrere Gegenspieler stehen, ehe er den Ball ins lange Eck jagte. Und nach der zwischenzeitlichen Führung des Jahn war es erneut Haugen, der nach einem Vorstoß von Althaus zum Ausgleich einköpfte.

Sigurd Haugen (28) gehört zu den auffälligsten Angreifern der 3. Liga – und blickt auf eine bewegte Vita zurück. Ausgebildet in Norwegen, sammelte er früh Profi-Erfahrung bei Odds BK, wo er auch zu Einsätzen in der Eliteserien (1. Liga) kam. Der Durchbruch gelang ihm jedoch später: Bei Aalesunds FK wurde Haugen 2021 mit 19 Treffern Torschützenkönig der zweiten norwegischen Liga – und machte international auf sich aufmerksam. Es folgte der Wechsel zum belgischen Überraschungsteam Royale Union Saint-Gilloise. Dort konnte er sich allerdings nicht dauerhaft durchsetzen, wurde mehrfach verliehen – u.a. zum niederländischen Traditionsclub NAC Breda sowie nach Deutschland zu Hansa Rostock. Dort entdeckte ihn Ex-1860-Sportchef Christian Werner – und lotste ihn zu den Löwen, wo er zum Schlüsselspieler im Angriff reifte.

Was wären die Löwen ohne ihren Sturmwikinger? Alle Pflichtspieltreffer seit Ende März gehen auf sein Konto. Der Siegtreffer im Totopokal gegen den Jahn. Der späte Ausgleich gegen Mannheim. Am Sonntag nun seine Saisontore 13 und 14. Sieben in der Hinrunde (vor dem Kieferbruch), sieben in der Rückrunde – mit Maske. Wenn sich einer aus dem Löwen-Kollektiv für höhere Aufgaben empfohlen hat, dann ist es der Angreifer aus Haugesund.

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