Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hat sich zwiegespalten über die Trinkpausen bei der Fußball-Weltmeisterschaft geäußert. „Es unterbricht und verändert den Rhythmus des Spiels mehr, als ich gedacht habe“, sagte Tuchel vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Ghana in Boston. Die bei Fans umstrittenen Unterbrechungen in der Mitte beider Halbzeiten teilen das Spiel faktisch in vier Viertel. „Das verändert schon den Charakter eines Fußballspiels“, so der Coach der Three Lions.
Zwei Perspektiven auf die Unterbrechungen
Als Trainer schätze er die Trinkpausen, „weil ich Einfluss nehmen kann“, erklärte Tuchel. „Aber als Liebhaber des Fußballs fände ich es besser, wenn durchgespielt wird.“ Er plädiert dennoch für Einheitlichkeit: Aus Gründen der Fairness sollten alle Spiele gleich behandelt werden – auch wenn für die Partie England gegen Ghana am Dienstag (22.00 Uhr MEZ) in Boston milde 20 Grad und Regen vorhergesagt sind.
Hintergrund der Diskussion
Die Trinkpausen sind eines der meistdiskutierten Themen dieser WM. Sie wurden eingeführt, um Spielern bei hohen Temperaturen Erholung zu ermöglichen. Tuchels Aussagen spiegeln die Kontroverse wider: Während sie taktische Vorteile bieten, stören sie den Spielfluss. Der 48-Jährige betonte, dass er als Trainer die Unterbrechungen nutze, um Anweisungen zu geben, doch der Purist in ihm sehne sich nach einem flüssigen Spiel.
Die Debatte dürfte anhalten, solange die WM läuft. Tuchel selbst wird am Dienstagabend gegen Ghana die Gelegenheit haben, seine beiden Seiten – den pragmatischen Trainer und den Traditionalisten – unter Beweis zu stellen.



