UEFA-Pläne sorgen für Ärger: BVB muss Südtribüne nachrüsten
UEFA-Pläne: BVB muss Südtribüne nachrüsten

UEFA-Pläne stellen Borussia Dortmund vor große Herausforderungen

Die berühmte Südtribüne im Signal Iduna Park von Borussia Dortmund, besser bekannt als die "Gelbe Wand", steht vor unerwarteten Veränderungen. Mit einer Kapazität von knapp 25.000 Stehplätzen bildet sie das Herzstück des Stadions, doch neue UEFA-Pläne könnten den BVB zu kostspieligen Anpassungen zwingen.

Historische Regeländerung der UEFA

Erst für die Saison 2022/23 erlaubte die UEFA versuchsweise wieder Stehplätze bei Europacup-Spielen von Klubs aus den Top-5-Verbänden, zu denen auch Deutschland gehört. Seit dem Jahr 1998 waren Stehplätze in UEFA-Wettbewerben eigentlich verboten. Dieses Pilotprojekt wurde verlängert, und der nächste Schritt steht nun bevor: Ab der Saison 2026/27 sollen nach Informationen der SPORT BILD Stehplätze in allen 55 Nationalverbänden der UEFA erlaubt sein – allerdings unter strengen Sicherheitsvorgaben.

Sicherheitsvorschriften als Problem für den BVB

Plötzlich sieht sich Borussia Dortmund mit einem konkreten Problem konfrontiert. Die UEFA verlangt in jeder Reihe durchgängige Wellenbrecher, also Metallabsperrungen auf den Stufen, die verhindern sollen, dass Fans unkontrolliert nach vorne gedrückt werden. Der BVB müsste hierfür nachrüsten, da auf dem Oberrang der Südtribüne bisher lediglich die Rückenlehnen der Vario-Sitze als Barrieren dienen.

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Eine Alternative wäre die Reduzierung der Stehplätze, zumal der BVB auch die UEFA-Vorgabe von maximal 4,7 Fans pro Quadratmeter knapp verfehlt. Baurechtlich sind in Deutschland fünf Personen pro Quadratmeter zugelassen, was die Diskrepanz zwischen nationalen und internationalen Vorschriften deutlich macht.

Reaktionen aus Dortmund

Am 9. April nimmt BVB-Organisationschef Christian Hockenjos (62) – gemeinsam mit Vertretern anderer deutscher Europacup-Teilnehmer – an einem digitalen UEFA-Meeting zu diesem Thema teil. Hockenjos geht von einem hohen fünfstelligen Betrag pro Spiel für den notwendigen Um- und Rückbau aus und äußert einen klaren Wunsch: "Ich würde mir wünschen, dass wir eine Regelung mit der UEFA finden, die nationalem Recht folgt."

BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke (66) reagiert deutlich verärgert auf die Pläne. "Das ist Blödsinn und reine Bürokratie", schimpft Watzke und argumentiert: "Unser Stadion ist in der Bundesliga für Spiele gegen Bayern oder Leverkusen zugelassen. Warum soll es in der Champions League gegen dieselben oder andere Gegner nicht mehr tauglich sein? Zumal in all den Jahren nie etwas passiert ist."

Auswirkungen auf die Zukunft

Die geplanten Änderungen werfen grundsätzliche Fragen zur Vereinheitlichung von Sicherheitsstandards im europäischen Fußball auf. Während die UEFA auf strengere Vorgaben setzt, argumentieren deutsche Vereine mit ihrer langjährigen Erfahrung und den bewährten nationalen Sicherheitskonzepten. Für Borussia Dortmund geht es dabei nicht nur um finanzielle Aspekte, sondern auch um den Erhalt der einzigartigen Atmosphäre in ihrem Stadion.

Die Diskussion zeigt, wie internationale Regelwerke lokale Gegebenheiten und gewachsene Strukturen beeinflussen können. Die berühmte Gelbe Wand, die seit Jahrzehnten für ihre beeindruckende Stimmung bekannt ist, könnte durch die neuen Vorschriften ihr charakteristisches Gesicht verändern. Die kommenden Verhandlungen zwischen deutschen Vereinen und der UEFA werden daher mit großer Spannung verfolgt werden.

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