Sven Ulreich kehrt nach schwerem Schicksalsschlag ins Bayern-Tor zurück
Am kommenden Samstag wird Sven Ulreich ein emotionales Comeback feiern. Erstmals seit dem tragischen Tod seines sechsjährigen Sohnes Len steht der erfahrene Torwart wieder im Pflichtspieltor des FC Bayern München. Beim Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen übernimmt der 37-Jährige die Position zwischen den Pfosten, nachdem Stammkeeper Manuel Neuer mit einem Muskelfaserriss und Ersatztorwart Jonas Urbig mit einer Gehirnerschütterung ausgefallen sind.
Schwere Monate nach familiärer Tragödie
Im Sommer vergangenen Jahres teilten Ulreich und seine Ehefrau Lisa über Instagram mit, dass ihr gemeinsamer Sohn Len nach langer, schwerer Krankheit verstorben war. „Die Entscheidung, dies nun öffentlich zu machen, fällt uns unendlich schwer – ist jedoch für uns als Familie ein wichtiger Schritt, um in unserem Umfeld und auch in der Öffentlichkeit Klarheit zu schaffen“, schrieben die Eltern damals. Ulreich hatte zuvor monatelang ohne offizielle Verletzungsmeldung gefehlt, was erst durch diese Mitteilung erklärt wurde: Der Torhüter kümmerte sich in dieser schwierigen Zeit vollständig um seinen Sohn und konnte dabei auf den vollen Rückhalt des FC Bayern vertrauen.
Comeback nach 537 Tagen und veränderter Torhüter-Hierarchie
Für Ulreich bedeutet das Spiel gegen Leverkusen die erste Pflichtspielteilnahme seit 537 Tagen. Sein letzter Einsatz datiert vom 21. September 2024 beim 5:0-Sieg in Bremen. In der Zwischenzeit hat sich die Torwart-Situation bei den Bayern deutlich gewandelt:
- Jonas Urbig wurde im Winter vergangenen Jahres als neue Nummer zwei verpflichtet
- Ulreich rutschte vorübergehend auf Position vier hinter Daniel Peretz
- Peretz ist derzeit an den FC Southampton ausgeliehen
Urbig hat in etwa 14 Monaten bei 24 Einsätzen überzeugt und gilt laut Informationen als potenzieller Nachfolger von Manuel Neuer. Sein aktueller Ausfall ermöglicht nun Ulreichs Rückkehr ins Rampenlicht.
Vertragsfrage und Zukunftsperspektiven
Die sportliche Führung des FC Bayern kann sich laut Berichten eine Vertragsverlängerung mit dem loyalen Torwart vorstellen. Ulreichs aktueller Vertrag läuft im Sommer aus, und beide Seiten zeigen sich offen für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Der 37-Jährige hat jedoch noch keine finale Entscheidung getroffen und möchte diese nicht unabhängig von der Zukunft Manuel Neuers fällen.
Parallel dazu plant der Verein, Daniel Peretz im Sommer zu verkaufen, da dieser selbst bei einem Karriereende Neuers nicht über die Position als Nummer zwei hinauskommen würde. Derzeit sammelt Peretz in der englischen Zweitliga Erfahrung und blieb in zehn Spielen viermal ohne Gegentor.
Wie häufig Ulreich in den verbleibenden Saisonspielen noch zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Gut möglich ist, dass die Bayern auch im Rückspiel gegen Atalanta Bergamo auf den erfahrenen Keeper setzen, um Urbig nach seiner Gehirnerschütterung nicht zu früh wieder einzusetzen. Mit Ulreich verfügt der Rekordmeister über einen vertrauenswürdigen und erfahrenen Torhüter in der Hinterhand, der sowohl sportlich als auch menschlich hoch geschätzt wird.



