Fans protestieren bundesweit: Ultras fordern Reform der Regionalliga-Strukturen
Die aktive Fanszene von Dynamo Dresden hat die sogenannten Regionalfürsten im Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit deutlichen Worten kritisiert. Beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Preußen Münster (6:0) tauchten eindeutige Botschaften auf, die sich gegen die aktuellen Machtverhältnisse richteten.
Transparente mit klarer Botschaft
Während der ersten Halbzeit präsentierten die Dynamo-Ultras ein Spruchband mit den Sätzen: „Fürstentümer Regionalliga Südwest und West zerschlagen! 25.03.2026 Entscheidung treffen – Meister müssen aufsteigen!“ Diese direkte Aufforderung richtet sich gegen die ungleichen Aufstiegsregelungen in den verschiedenen Regionalligen.
Hintergrund der massiven Wortwahl ist der Frust, der besonders im Osten Deutschlands herrscht. Während die Viertliga-Staffeln Südwest und West jede Saison ihren Erstplatzierten in die 3. Liga entsenden dürfen, genießen die Regionalligen im Osten, Bayern und dem Norden nur alle drei Jahre dasselbe Recht. In den anderen Jahren müssen die restlichen beiden Staffel-Meister dieser drei Regionen in eine umstrittene Aufstiegsrelegation.
DFB-Vize als zentrale Figur
Eingefädelt wurde die aktuelle Regelung 2019 von DFB-Vize Peter Frymuth (69). Der Präsident vom Westdeutschen Fußballverband sicherte seiner Regionalliga damals das Sonderrecht und blockiert aktuell auch wieder die Lösung des Konflikts. Gemeinsam mit den Verbandschefs Dr. Christoph Kern (42/Bayern) und Ralph-Uwe Schaffert (75/Norden) arbeitet Frymuth im Hintergrund gegen das sogenannte Kompassmodell.
Die vom DFB gewünschte Kompromisslösung würde aus den fünf Regionalligen vier machen, sodass alle Meister aufsteigen können. Sie schafft die empfundene Ungerechtigkeit ab und berechtigt wieder alle Regionen gleich.
Bundesweite Protestaktionen
Im Fan-Jargon gelten Frymuth, Schaffert und Kern als Regionalfürsten, die ihre Ligen auf Kosten der Vereine behalten wollen. Auch die aktive Fanszene von Hansa Rostock zeigte beim Auswärtsspiel bei 1860 München ein Transparent: „Verbandsstrukturen zerschlagen - Regionalliga-Reform durchsetzen!“ Hier bezog sich die Aussage darauf, dass fürs Kompassmodell neue Organisationseinheiten geschaffen werden müssen.
Doch längst nicht nur im Nordosten ist man von dem gesamt seit 14 Jahren andauernden DFB-Zoff um die fünf Regionalligen entnervt. Die Fans des FC Bayern München II offenbarten vor kurzem im Grünwalder Stadion das Spruchband: „Ob Blockade der Regionalliga-Reform oder Punktabzug - Wir werden siegen!“ Es war direkt an den Bayerischen Fußballverband (BFV) und seinen Präsidenten Dr. Christoph Kern gerichtet.
Dringender Reformbedarf
Wichtig ist dabei: Auch die Regionalligen West, Nord und Bayern brauchen die Reform dringend. In der West-Staffel gab es vergangene Saison gleich drei Teams, die aus wirtschaftlichen Gründen zurückzogen. In Bayern muss die SpVgg Bayreuth als ehemaliger Drittligist zurück zum reinen Amateursport und im Norden müssen die Vereine 10.000 Euro zahlen, damit überhaupt TV-Bilder produziert werden.
Bei vielen Trainern ist die Meinung einhellig. Thomas Stamm (43) von Dynamo Dresden sagt: „Wenn sich so viele Klubs einer Sache anschließen, sollte man auf sie hören.“ Am kommenden Wochenende soll es in den Stadien bundesweit noch mehr Aktionen geben, bis am 25. März beim Treffen der AG Regionalliga-Reform der große Durchbruch erwartet wird.
Die Frage bleibt: Wird die Reform jetzt auch „von unten“ durchgesetzt? Die aktiven Fanszenen haben jedenfalls deutlich gemacht, dass sie nicht länger bereit sind, die aktuellen Ungerechtigkeiten hinzunehmen.



