Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im zweiten Gruppenspiel der WM 2026 gegen die Elfenbeinküste ein 1:1 (0:1) erkämpft. Deniz Undav erzielte in der 81. Minute den Ausgleichstreffer, nachdem Franck Kessie die Ivorer kurz vor der Halbzeitpause in Führung gebracht hatte. Das Spiel im kanadischen Toronto war geprägt von intensiven Zweikämpfen und einer verletzungsbedingten Auswechslung von Nico Schlotterbeck.
Erste Halbzeit: Deutsche Dominanz ohne Tore
Deutschland begann druckvoll und erspielte sich mehrere Chancen. Jamal Musiala scheiterte mit einem Schuss aus 16 Metern knapp am Tor (22. Minute), Kai Havertz köpfte nach einer Flanke von Joshua Kimmich, doch Torwart Fofana parierte stark (12. Minute). Die größte Aufregung gab es, als ein Treffer von Havertz wegen eines vorausgegangenen Fouls von Musiala nicht anerkannt wurde (40. Minute).
Nach einer Trinkpause in der 28. Minute kippte die Partie: Die Elfenbeinküste nutzte eine kurze Unachtsamkeit der deutschen Abwehr. Sergi Diomande setzte sich links durch, Nathaniel Brown klärte zunächst, doch der Ball landete direkt vor den Füßen von Franck Kessie, der aus sechs Metern zum 1:0 einschob (31. Minute). „Das Tor aus dem Nichts, wieder direkt nach der Trinkpause“, kommentierte Liveblog-Autor Jörg Leopold.
Verletzungsschock für Schlotterbeck
Bereits in der 15. Minute musste Nico Schlotterbeck nach einem Zweikampf am Boden behandelt werden. Der Dortmunder humpelte zunächst weiter, verließ aber zur zweiten Halbzeit endgültig das Feld. Für ihn kam Antonio Rüdiger. „Schlotterbeck verzieht das Gesicht und ist zumindest mal nicht schmerzfrei“, hieß es im Liveblog. Die genaue Diagnose stand zunächst aus.
Zweite Halbzeit: Nagelsmann reagiert mit Dreifachwechsel
Bundestrainer Julian Nagelsmann brachte in der 67. Minute mit Jamie Leweling, Nadiem Amiri und Deniz Undav drei frische Kräfte für Leroy Sané, Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic. Der Druck auf das ivorische Tor erhöhte sich deutlich. Deutschland erspielte sich mehrere Eckbälle, doch die Hereingaben blieben zunächst ungefährlich. „Die Elfenbeinküste kommt nicht mehr hinten raus“, stellte Leopold fest.
In der 75. Minute dann der verdiente Lohn: Eine Flanke von Amiri fand Undav, der perfekt einlief und den Ball aus acht Metern unhaltbar unter die Latte jagte – 1:1. „Undav kam, sah und traf“, kommentierte Leopold. In der Schlussphase hatte Nathaniel Brown sogar die Chance auf das 2:1, vergab aber knapp. Deutschland rettete das Unentschieden über die Zeit.
Auswirkungen auf die Gruppenphase
Mit dem Unentschieden bleibt Deutschland in der Gruppe X weiter punktgleich mit der Elfenbeinküste. Ein Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica ist nun Pflicht, um den Einzug ins Sechszehntelfinale aus eigener Kraft zu schaffen. „Mit einem Sieg stünde der Einzug ins Sechszehntelfinale bereits fest“, hieß es vor dem Spiel. Nun müssen die Deutschen am letzten Spieltag nachlegen.
Manuel Neuer wurde mit diesem Einsatz zum WM-Rekordtorhüter – er überbot den bisherigen Rekord von Gianluigi Buffon (26 Spiele). Der 40-Jährige zeigte eine solide Leistung, musste aber beim Gegentor machtlos zusehen.



