So bitter kann Fußball sein! Union Berlin holte in den vergangenen 15 Spielen nur 11 Punkte – eine desaströse Rückrunde. Den Teams in der oberen Hälfte der Tabelle klauten sie hin und wieder einen Punkt, doch in den Spielen, in denen Siege Pflicht sind, können sie das Tor nicht treffen.
Das Debüt von Marie-Louise Eta
Bestes Beispiel: das 1:2 beim Debüt von Trainerin Marie-Louise Eta (34) gegen Wolfsburg. Union war klar überlegen, ließ aber die Punkte liegen. Die Zahlen sind eindeutig: 2,9 Expected Goals für Union, nur 0,2 für Wolfsburg. Dazu ein Vereinsrekord: 27 Torschüsse – so viele wie nie zuvor in einer Bundesliga-Partie. Trotzdem stand am Ende eine Niederlage.
Eta sieht darin dennoch die Basis für den nächsten Schritt: „Grundsätzlich ist es schön, dass wir uns so viele Torchancen herausgespielt haben. Das ist eine wichtige Basis, um am Ende auch Tore zu schießen. Das andere kommt mit der letzten Entschlossenheit und Überzeugung.“
Vize-Kapitän Rani Khedira äußert sich
Vize-Kapitän Rani Khedira (32) sagt: „Es ist sicherlich nicht nur Pech. Aber es ist auch normal im Fußball, dass es Phasen gibt, in denen der Kopfball von Andrej Ilic an den Innenpfosten geht und nicht ins Netz. Was bleibt dir anderes übrig, als weiterzumachen, zu trainieren, klar zu bleiben in der Birne und zu versuchen, den Millimeter ein Stück weit zu verschieben?“
Eta setzt auf volle Offensive
Sie verloren, obwohl Marie-Louise Eta voll in die Offensive ging. Mit Ilic, Burke und Ansah standen gegen Wolfsburg gleich drei gelernte Stürmer in der Startelf. Pressing, Chancen, Abschlüsse – alles da! Nur die Tore fehlten. Ilic wird von Eta vor dem Leipzig-Spiel am Freitag (20.30 Uhr) in Schutz genommen: „Ich habe Andrej als sehr fleißig wahrgenommen. Er hilft der Mannschaft enorm, gibt Stabilität, läuft viel und ist immer wieder in der Box. Klar will ein Stürmer Tore schießen, aber er wird für mich nicht nur daran gemessen.“
Hoffnungsträger Oliver Burke
Ein Hoffnungsschimmer ist Oliver Burke (29). Der Schotte traf gegen Wolfsburg das erste Mal im Jahr 2026 und beendete damit seine lange Durststrecke. Sein letztes Tor davor: Mitte Dezember – ausgerechnet gegen RB Leipzig. Ein gutes Omen? Denn genau dorthin geht es jetzt wieder.
Union Berlin muss dringend seine Tor-Probleme lösen, um im Abstiegskampf zu bestehen. Die Mannschaft zeigt zwar kämpferische Leistungen, aber die mangelnde Effizienz vor dem Tor kostet wertvolle Punkte. Trainerin Eta fordert mehr Kaltschnäuzigkeit und hofft, dass der Knoten bald platzt.



