Union Berlin: Bundesliga-Profis drehen ungewöhnliches Cannabis-Quiz für Sponsor
Während die meisten Bundesligisten für Automarken oder Telekommunikationsanbieter werben, geht Union Berlin seit einiger Zeit eigene Wege. Der Hauptstadtklub hat mit der Cannabis-Marke avaay Medical einen Top-Sponsor, der für medizinische Anwendungen steht. Vor dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV veröffentlichte der Verein nun einen Social-Media-Clip, der für Diskussionen sorgt.
Quiz mit vier Profis zu medizinischem Cannabis
In dem Video stellen sich vier Union-Profis – Tim Skarke (29), Leopold Querfeld (22), Tomke Schneider (21) und Cara Bösl (29) – einem Quiz rund um das Thema Cannabis. Ihre Aufgabe: Fakt oder Mythos? Die Thesen reichen von „Cannabis kann in Deutschland nur zu Freizeitzwecken konsumiert werden …“ über „Hanf und Hopfen sind verwandt …“ bis hin zu „Die Legalisierung in Deutschland bedeutet, dass Cannabis im Profisport erlaubt ist …“.
Auch Fragen zur medizinischen Anwendung, etwa bei chronischen Nervenschmerzen, werden thematisiert. Am Ende lösen die Spieler alle sechs Aussagen korrekt auf. Mit dem Clip positioniert sich Union offensiv zur neuen Partnerschaft und betont, dass es ausschließlich um den medizinischen Einsatz im therapeutischen Bereich gehe – nicht um Konsum oder Verherrlichung.
Erster Bundesligist mit Cannabis-Marke als Top-Sponsor
Im Sommer machte Union Berlin avaay Medical zum Top-Sponsor. Damit wurde erstmals eine Cannabis-Marke offizieller Werbepartner eines Bundesligisten. Das Unternehmen ist auf Arzneimittel und Produkte auf Cannabinoidbasis spezialisiert und gehört zur Sanity Group. Zum Investorenkreis zählen auch aktive und ehemalige Profis wie Mario Götze, André Schürrle und Dennis Aogo.
Neben den Social-Media-Clips ist das Logo häufig auf den Werbebanden in der Alten Försterei zu sehen. avaay Medical betont: „Als Medizinalcannabis-Unternehmen ist es ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit, sachlich aufzuklären und Informationen zu ärztlich begleiteten Therapien mit Medizinalcannabis zugänglich zu machen.“
Rechtlicher Rahmen und sportliche Regeln
Seit April 2024 sind der Besitz und der private Konsum von Cannabis unter bestimmten Bedingungen legalisiert worden. Erwachsene dürfen eine begrenzte Menge besitzen und in bestimmten Grenzen selbst anbauen. Der Verkauf bleibt jedoch stark reguliert und ist nur über genehmigte Strukturen erlaubt.
Für den Profisport gelten weiterhin die Anti-Doping-Regeln der WADA und des DFB – Cannabis ist dort grundsätzlich verboten, sofern keine medizinische Ausnahmegenehmigung vorliegt. Union Berlin hebt daher hervor, dass die Partnerschaft rein therapeutischen Zwecken dient und keine Freigabe für den Konsum im Sport impliziert.



