Kommentar zur Eisern-Krise: Union braucht einen Umbruch auf allen Ebenen
Union Berlin: Umbruch auf allen Ebenen nötig

Man mag es sich kaum vorstellen, doch nach der Horror-Vorstellung des 1. FC Union am vergangenen Freitag beim 1:3 in Leipzig muss diese Frage gestattet sein: „Rettet“ Trainerin Marie-Louise Eta die Eisernen, ohne einen Punkt bis Saisonende zu holen?

So wie die Mannschaft bei RB in ihre Einzelteile zerfiel, muss man das Schlimmste befürchten. Union ist im Saisonendspurt nicht mehr wiederzuerkennen, ergibt sich nahezu widerstandslos, und man bekommt das Gefühl, dass sich alle wünschen, die Saison wäre endlich vorbei. Es fällt schwer zu glauben, dass dieses Team den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schafft. In der Form von Leipzig wird Union auch gegen Köln, Mainz und Augsburg verlieren. Wenn Union in der Bundesliga bleibt, dann aufgrund der Patzer der Konkurrenz, wie zum Beispiel vom FC St. Pauli.

Fragen über Fragen

Womit wir bei den ersten Fragen wären: Wie soll es in Köpenick ab Sommer sportlich weitergehen? Und: Welcher Trainer erweckt diese mausetote Mannschaft wieder zum Leben? Doch damit ist es nicht getan. Das mental antriebslose Team braucht dringend frische Gesichter und dringend bessere Spieler als die, die schon da sind. In der Abwehr müssen die Stammkräfte Danilho Doekhi und Diogo Leite ersetzt werden, die den Klub ablösefrei verlassen werden. Bei Rani Khedira (Mönchengladbach ist interessiert) hofft der Klub auf eine Ablösesumme. Im Mittelfeld tummelt sich zu viel biederer Durchschnitt (wie zum Beispiel Andras Schäfer und Janik Haberer) und im Angriff fehlt ein Stürmer, der für Torgefahr sorgt und auch regelmäßig trifft.

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Heldts Bilanz ist überschaubar

Viel zu tun für Sport-Geschäftsführer Horst Heldt, der jetzt fast zwei Jahre im Amt ist und dessen Bilanz beim Blick auf den Kader und dessen Qualität überschaubar ist. Einen echten Transferknaller konnte Heldt in vier Transferperioden noch nicht für Union an Land ziehen. In diesem Winter hat Union trotz chronischer Offensivschwäche keinen Neuzugang präsentiert. Traut der mächtige Union-Präsident Dirk Zingler seinem Sport-Boss einen großen Umbruch zu? Vielleicht braucht Union auch auf der Manager-Position ein neues Gesicht. Anscheinend lag es doch nicht allein an Ex-Trainer Steffen Baumgart, dass die Eisernen in der Rückrunde stark abgebaut haben.

Ohne eine Rundum-Erneuerung auf mehreren Ebenen droht in der letzten Saison an der Alten Försterei vor dem Umzug ins Olympiastadion dann wirklich der Abstieg. Immerhin gibt es dann zwei Derbys gegen Hertha vor jeweils voller Hütte.

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