Abschied von der Profimannschaft: Union-Trainerin Ailien Poese wechselt in den Nachwuchs
Bei den Bundesliga-Frauen des 1. FC Union Berlin steht ein bedeutender personeller Wechsel an. Die bisherige Cheftrainerin Ailien Poese (41) wird nach Abschluss der laufenden Saison nicht mehr die Profimannschaft betreuen, sondern kehrt in den Nachwuchsbereich des Vereins zurück. Die erfahrene Fußballlehrerin hat sich bewusst gegen eine Vertragsverlängerung entschieden und tritt damit einen Rollentausch an, der für ihre persönliche Entwicklung sowie für die Zukunft des Frauenfußballs bei Union Berlin richtungsweisend sein wird.
Bewusste Entscheidung für die Talentförderung
In einer persönlichen Stellungnahme erläuterte Poese ihre Beweggründe: „Meine Entscheidung, ab Sommer eine Veränderung für mich persönlich vorzunehmen und diese Erfahrungen einfließen zu lassen, um gemeinsam mit den Kollegen im Nachwuchs die Ausbildung junger Talente sowie die Struktur für Nachwuchstalente nach und nach weiterzuentwickeln, habe ich bewusst getroffen.“ Ab der kommenden Saison übernimmt sie die Position als Cheftrainerin der Juniorinnen im neu vom Deutschen Fußball-Bund zertifizierten Leistungszentrum für Juniorinnen. In dieser Funktion wird sie künftig maßgeblich für die Entwicklung und Förderung junger Fußballtalente verantwortlich sein.
Prägende Figur im Aufstieg der Union-Frauen
Für Union Berlin bedeutet der Wechsel einen spürbaren Einschnitt, denn Ailien Poese hat den rasanten Aufstieg der Frauenmannschaft entscheidend mitgeprägt. Unter ihrer sportlichen Leitung gelang dem Team im Jahr 2024 der Aufstieg in die 2. Bundesliga, nur ein Jahr später folgte die Meisterschaft und der direkte Durchmarsch in die höchste Spielklasse. Bemerkenswert ist dabei, dass die Profimannschaft der Union-Frauen erst seit der Saison 2023/24 existiert.
Poese ist ein echtes Urgestein des Vereins:
- Als Spielerin war sie zwischen 1998 und 2010 für die Köpenickerinnen aktiv
- Seit 2006 trainierte sie verschiedene Mädchenmannschaften
- Von 2008 bis 2013 leitete sie die gesamte Frauen- und Mädchenabteilung
- Nach Stationen beim Berliner Fußball-Verband und beim DFB kehrte sie 2022 nach Köpenick zurück
Anerkennung von der Vereinsführung
Geschäftsführerin Jennifer Zietz (42) würdigte die Verdienste der scheidenden Trainerin: „Ailien Poese hat in den vergangenen Jahren die Transformation des Fußballs der Frauen bei Union vom Amateur- in den Profibereich maßgeblich mitgeprägt und unsere Mannschaft von der Regionalliga in die Bundesliga geführt. Ihre persönliche Entscheidung, in die Nachwuchsausbildung zurückzukehren, kann ich nachvollziehen und freue mich umso mehr, dass sie dem 1. FC Union Berlin erhalten bleibt.“
Offene Nachfolgefrage
Wer die Bundesliga-Frauen von Union Berlin ab der kommenden Saison trainieren wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Vereinsführung muss nun eine Nachfolgelösung für die wichtige Position der Cheftrainerin finden, während Poese ihre umfangreiche Erfahrung künftig in die Förderung des weiblichen Nachwuchses einbringen wird. Dieser Wechsel unterstreicht die wachsende Bedeutung strukturierter Nachwuchsarbeit im deutschen Frauenfußball und zeigt, wie erfahrene Persönlichkeiten ihre Expertise gezielt in die Talententwicklung einbringen können.



