Dayot Upamecano steht mit dem FC Bayern München vor einer der größten Herausforderungen dieser Saison. Im Halbfinale der Champions League trifft der deutsche Rekordmeister auf Paris Saint-Germain. Für den französischen Innenverteidiger hat dieses Duell eine ganz besondere Bedeutung – nicht nur sportlich, sondern auch persönlich.
Ein Wiedersehen mit der Vergangenheit
Das Hinspiel im Prinzenpark wird für Upamecano zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Der 27-Jährige stammt aus Évreux, einer Stadt in der Normandie mit rund 50.000 Einwohnern. Genau dort begann auch die Karriere von Ousmane Dembélé, dem Star von Paris Saint-Germain. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft, die bis in die gemeinsame Grundschulzeit zurückreicht.
Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel betonte Upamecano die besondere Verbindung: „Wir kommen aus der gleichen Stadt. Es ist unglaublich, dass wir uns morgen im Halbfinale wieder treffen. Wir haben natürlich schon einmal gegeneinander gespielt, aber morgen ist ein anderes Spiel. Wir sind beide bereit, für unser Team zu kämpfen.“
Eine Geste der Verbundenheit
Um ihre Heimatstadt zu ehren, organisierten Upamecano und Dembélé gemeinsam zwei Busse, die Fans aus Évreux nach Paris bringen. Die beiden Stars übernehmen die Kosten für Anreise und Eintrittskarten. Sogar Trikots für die Gäste sind eingeplant, wie Vertraute gegenüber Canal+ bestätigten. Zahlreiche Menschen aus ihrer Stadt werden das Duell also live im Stadion verfolgen können.
Die Anfänge auf dem Betonplatz
Upamecano und Dembélé gingen gemeinsam zur Grundschule – und standen sich schon damals auf dem Fußballplatz gegenüber. Upamecano war Kapitän seiner Klasse, Dembélé führte den Jahrgang darüber an. Gespielt wurde auf Betonplätzen. Dembélé behauptete vor einigen Jahren scherzhaft: „Ich habe ihn immer geschlagen.“
Ein ehemaliger Jugendtrainer, Vincent Mendy, erinnerte sich an die Unterschiede zwischen den beiden: „Ousmane war der Talentierte, derjenige, der irgendwo eine Begabung hatte, alles war ihm angeboren – während Dayot sich alles durch harte Arbeit erarbeitet hatte.“ Dembélé habe die Truppe zum Lachen gebracht, Upamecano sei sehr zurückhaltend gewesen.
Getrennte Wege, gemeinsame Ziele
Nach der gemeinsamen Jugend trennten sich ihre Wege. Dembélé wechselte über Stade Rennes nach Deutschland zu Borussia Dortmund, später zum FC Barcelona und schließlich zu Paris Saint-Germain. Upamecano durchlief die Stationen Salzburg und Leipzig, bevor er 2021 zum FC Bayern wechselte. Aus einstigen Schulfreunden wurden Mitspieler in der französischen Nationalmannschaft – nun stehen sie sich auf der größten Bühne des Klubfußballs gegenüber.
Dass ihre Verbindung über den Sport hinausgeht, zeigte sich unter anderem bei Dembélés überraschender Hochzeit im Dezember 2021. Trotz der Geheimhaltung war Upamecano einer der wenigen geladenen Gäste. Für die Dauer des Spiels rückt die gemeinsame Vergangenheit jedoch in den Hintergrund. Upamecano wird alles daransetzen, seinen Freund auf dem Platz zu kontrollieren.
Selbstbewusst nach Paris
Upamecano zeigte sich vor dem Spiel kämpferisch: „Wir sind total fokussiert. Wir wollen gewinnen.“ Er äußerte großen Respekt vor der Qualität des Gegners, ließ aber keine Zurückhaltung erkennen: „Bei ihnen kann jeder Spieler gefährlich werden. Gleichzeitig verfügen wir selbst über enorme Offensivqualität.“
Die Münchner reisen selbstbewusst nach Paris, schließlich haben sie in dieser Saison bereits im Bernabéu und während der Ligaphase in Paris gewonnen. Einen dritten großen Auswärtssieg in der Königsklasse hätte Upamecano sicherlich nichts einzuwenden – auch wenn sein Weggefährte Dembélé das anders sehen dürfte.



