Uwe Rösler im SPORT1-Interview: Vom Underdog zum Bochum-Architekten
Uwe Rösler: Vom Underdog zum Bochum-Architekten

Uwe Rösler im SPORT1-Interview: Vom Underdog zum Bochum-Architekten

Seit Uwe Rösler Anfang Oktober die Trainerposition beim VfL Bochum übernommen hat, erlebt der Traditionsverein eine beeindruckende sportliche Renaissance. Im exklusiven Gespräch mit SPORT1 gewährt der 57-jährige Coach tiefe Einblicke in sein Erfolgsrezept, seine bewegte Karriere und die emotionalen Momente abseits des Platzes.

Die Rösler-Revolution in Bochum

Mit Rösler an der Seitenlinie zeigte die Formkurve des VfL Bochum steil nach oben. Der Klub kletterte von einem bedrohlichen 17. Platz auf den achten Rang der 2. Bundesliga. In der intern geführten „Rösler-Tabelle“ liegt der Verein sogar punktgleich mit dem SV Darmstadt 98 auf der Spitzenposition. „Ich fordere von meinen Jungs, jedes Spiel gewinnen zu wollen“, erklärt Rösler seine Philosophie. „Und wenn wir nicht gewinnen können, müssen wir zumindest sicherstellen, dass wir nicht verlieren.“

Akribischer Arbeiter mit klaren Prinzipien

Der Trainer gilt als akribischer Arbeiter, beinahe als Workaholic – eine Haltung, die ihm hilft, den Fokus zu bewahren. Seine Maxime ist eindeutig: „Wenn ein erfahrener und ein junger Spieler auf gleichem Niveau sind, bekommt der Jüngere die Chance. Ist der Erfahrene besser, spielt er.“ Dieses Leistungsprinzip hat in Bochum zu einer dynamischen Mischung aus Alt und Jung geführt.

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Manchester City bleibt Herzensverein

In seiner über 40-jährigen Karriere als Spieler und Trainer war Rösler bei 22 verschiedenen Klubs tätig. Ein Engagement hat ihn besonders geprägt: „Ich wäre sehr gern in Manchester geblieben“, gesteht der Coach. Nach viereinhalb Jahren als Spieler bei Manchester City war ein Dreijahresvertrag bereits vereinbart, doch ein Trainer- und Präsidentenwechsel machte alles zunichte. „Das hat mich getroffen. Das fühlte sich wie Heimat an.“

Lehren von Trainerlegende Otto Rehhagel

Prägend für Röslers Entwicklung war auch die Zeit unter Otto Rehhagel. „Er ist ein Phänomen“, schwärmt der Bochumer Trainer. „Von ihm habe ich gelernt, in Bildern zu sprechen. Er hat mit einer besonderen Lyrik über scheinbar andere Dinge gesprochen – und wir wussten genau, worum es geht.“ Diese Menschenführung versucht Rösler heute in seiner eigenen Arbeit umzusetzen.

Persönliche Herausforderungen und Familienbande

Im Jahr 2003 erhielt Rösler eine Krebsdiagnose mit einer damaligen Überlebenschance von nur etwa fünf Prozent. „Deshalb arbeite ich so viel – damit ich nicht ständig daran denken muss“, erklärt der Trainer offen. Die Arbeit sei für ihn eine Form der Ablenkung, die von seiner Frau voll unterstützt werde.

Sein Sohn Colin Rösler feierte kürzlich sein Debüt für die norwegische Nationalmannschaft. „Über die Jahre habe ich gelernt, mehr Papa als Trainer zu sein“, sagt der stolze Vater. Die beiden sprechen täglich, wobei Rösler bewusst darauf achtet, sich nicht in die Trainingsarbeit des Malmö-FF-Coaches einzumischen.

Zukunftspläne und sportliche Ziele

Für die aktuelle Saison hat Rösler klare Ziele: „Wichtig ist, so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke zu erreichen.“ Wegen vieler Leihspieler werde es im Sommer einen größeren Umbruch geben, doch der vollständige Fokus liege zunächst auf der Sicherung des Klassenerhalts. Mit seinem körperbetonten, intensiven Fußballstil hat Rösler dem VfL Bochum bereits jetzt ein neues Gesicht gegeben.

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