Eine ungewöhnliche VAR-Durchsage des türkischen Schiedsrichters Alper Ulusoy hat sich im Internet zu einem viralen Phänomen entwickelt. Der 42-jährige Unparteiische wurde während eines Spiels der türkischen Süper Lig zwischen Galatasaray und Adana Demirspor am Mikrofon aufgezeichnet, als er eine Entscheidung nach Videobeweis erklärte. Seine markante, fast monotone Stimme und die präzise Aussprache des Satzes „Nach Prüfung der Bilder gibt es keinen Elfmeter“ wurden von Nutzern auf Plattformen wie TikTok und Twitter aufgegriffen und zu einem Techno-Track verarbeitet.
Vom Fußballplatz in die Clubs
Der Remix, der die Stimme Ulusoys mit einem treibenden Beat unterlegt, verbreitete sich rasant. Innerhalb weniger Stunden erreichte das Video auf Twitter über fünf Millionen Aufrufe. Auch auf Spotify und SoundCloud sind mehrere Versionen des Tracks verfügbar. Fußballfans und Musikliebhaber gleichermaßen feiern den ungewöhnlichen Crossover. „Es ist absurd, aber der Beat ist tatsächlich eingängig“, kommentierte ein User auf Reddit. Der offizielle Account der Süper Lig teilte den Remix ebenfalls und schrieb: „Selbst der VAR hat jetzt seinen eigenen Song.“
Ulusoy reagiert gelassen
Alper Ulusoy selbst zeigte sich in einem Interview mit der türkischen Sportzeitung „Fanatik“ überrascht, aber amüsiert über die Entwicklung. „Ich habe nie erwartet, dass meine Stimme auf einmal durch die Clubs läuft. Aber wenn es den Fans Freude bereitet, ist das in Ordnung“, sagte der Schiedsrichter. Er betonte jedoch, dass er seine Arbeit weiterhin ernst nehme und der Hype ihn nicht ablenken werde. Ulusoy pfeift seit 2018 in der Süper Lig und gilt als einer der erfahrensten Referees des Landes.
VAR-Durchsagen als Unterhaltungsformat
Die Idee, VAR-Durchsagen zu vertonen, ist nicht neu. Bereits in der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga wurden ähnliche Remixe erstellt, allerdings erreichte keiner die Popularität des türkischen Beispiels. Experten führen den Erfolg auf die besondere Stimmfärbung Ulusoys zurück. Der Linguist Dr. Mehmet Özdemir von der Universität Istanbul erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur DHA: „Seine Stimme hat eine fast musikalische Qualität – eine gleichmäßige Tonhöhe und eine klare Artikulation, die sich perfekt für elektronische Musik eignet.“
Auswirkungen auf die VAR-Wahrnehmung
Der virale Hit könnte auch die öffentliche Wahrnehmung des Video-Assistenten positiv beeinflussen. In der Türkei steht der VAR wie in vielen Ländern in der Kritik, da Entscheidungen oft kontrovers diskutiert werden. Der Remix sorgt nun für eine humorvolle Note. „Vielleicht sollten wir öfter solche Durchspielen – dann wird der VAR endlich beliebter“, scherzte ein Fan auf Twitter. Ob der Trend anhält, bleibt abzuwarten. Fest steht: Alper Ulusoy ist vorerst der bekannteste Schiedsrichter der Türkei – zumindest in den sozialen Medien.



