VAR-Frust bei Borussia Dortmund: Elfmeter-Entscheidung sorgt für Zündstoff vor Bayern-Duell
VAR-Frust bei Dortmund: Elfmeter-Entscheidung vor Bayern-Duell

VAR-Entscheidung entfacht Dortmunds Frust vor Bayern-Kracher

Borussia Dortmund hat beim 2:2 bei RB Leipzig einen letztlich glücklichen Punkt geholt, doch statt den späten Ausgleich zu feiern, dominiert beim BVB der Ärger über eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung. Die Diskussionen um eine mögliche Elfmeterverweigerung in der Schlussphase überschatten den Punktgewinn und werfen bereits ihre Schatten auf das kommende Top-Spiel gegen den FC Bayern München.

Kovac zieht Judo-Vergleich bei umstrittener Szene

Trainer Niko Kovac unternahm im Frust über die nicht gegebene Strafe eine Reise in seine sportliche Vergangenheit. „Ich war früher mal Judoka. Und das ist eine Innensichel oder Außensichel, das kann man sehen, wie man will. Das ist ein Foul“, analysierte der Dortmunder Chefcoach die Szene in der 89. Spielminute. Karim Adeyemi war im Duell mit RB-Verteidiger Castello Lukeba im Strafraum zu Fall gekommen, doch Schiedsrichter Benjamin Brand pfiff nicht auf Elfmeter – und der Video-Assistent Christian Dingert sah ebenfalls keinen Anlass zum Eingreifen.

Kovac machte dabei nicht dem Feldreferee einen Vorwurf, sondern kritisierte deutlich die VAR-Entscheidung. „In der Geschwindigkeit und in der Position, in der er war, kann der Schiedsrichter es vielleicht nicht sehen“, räumte der Trainer ein. „Doch dafür gibt es den VAR. Der muss das sehen. Für mich ist das eine glasklare Fehlentscheidung.“

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Anton befürchtet Meisterschafts-Einfluss durch Entscheidung

Noch weitreichender argumentierte Innenverteidiger Waldemar Anton, der die Konsequenzen der Schiedsrichterentscheidung für den gesamten Meisterschaftskampf sieht. „Das war zu 100 Prozent eine Fehlentscheidung. Das ist sehr bitter für uns. Das hätte nicht nur das Spiel beeinflussen können, sondern auch die kommenden Wochen“, sagte der Defensivspieler. Die Brisanz: Vor dem direkten Duell mit Bayern München hat Dortmund nun bereits acht statt nur sechs Punkte Rückstand auf den Rekordmeister.

Ob ein Elfmeter-Pfiff tatsächlich zum Sieg der Dortmunder geführt hätte, bleibt Spekulation. Fakt ist jedoch, dass der BVB den Punkt in Leipzig mit einer Mischung aus Glück und der Qualität seiner Einwechselspieler holte. Fabio Silva erzielte tief in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer, nachdem Karim Adeyemi und Julian Brandt in der Schlussphase bereits für Gefahr gesorgt hatten. Zuvor hatte ein Eigentor von Romulo die klare Leipziger Führung durch Christoph Baumgartner verkürzt.

Mentalitätssieg trotz VAR-Kontroverse

Trainer Kovac betonte trotz der Schiedsrichter-Diskussion die positive Leistung seiner Mannschaft. „Das ist auch der Grund, warum wir uns im Moment auf diesem Platz befinden“, sagte der 54-Jährige über die gezeigte Mentalität. Als Tabellenzweiter hat Dortmund aktuell Luft in beide Richtungen – acht Punkte Rückstand auf Bayern, aber auch sechs Punkte Vorsprung auf Leverkusen. Dennoch blickt Kovac weiter bescheiden nach hinten: „Ich schaue weiter in den Rückspiegel – auch vor dem Bayern-Spiel.“

Europäische Serie und Blick auf Champions League

Der BVB ist mittlerweile seit 16 Bundesliga-Spielen ungeschlagen – eine Serie, die in Europa aktuell nur von drei Mannschaften getoppt wird: Fenerbahçe Istanbul, AC Mailand und Slavia Prag. Die letzte Niederlage datiert aus dem Oktober, als Dortmund mit 1:2 bei Bayern München verlor.

Trotz der Vorfreude auf das Bundesliga-Topspiel gegen Bayern wehrt sich der BVB verbal dagegen, den Blick bereits vollständig auf München zu richten. Schließlich steht unter der Woche noch das Champions-League-Rückspiel bei Atalanta Bergamo an, wo Dortmund nach dem 2:0 im Hinspiel den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen will. „Das Spiel dort wird sehr hitzig, sehr intensiv“, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl und nahm sich das Finale Furioso von Leipzig zum Vorbild: „Wir brauchen eine ähnliche Moral, eine ähnliche Stabilität, eine ähnliche Haltung, die wir heute vor allem in der zweiten Halbzeit hatten.“

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