VfB Stuttgart feiert Kantersieg in Glasgow und steht vor dem Achtelfinaleinzug
Der VfB Stuttgart hat im Hinspiel der Europa-League-Play-offs einen überzeugenden Auswärtssieg gefeiert. Beim schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow setzten sich die Schwaben am Donnerstagabend mit 4:1 durch und stehen damit vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.45 Uhr) bereits mit einem Bein im Achtelfinale des europäischen Wettbewerbs.
Frühe Führung und sofortige Antwort nach Gegentreffer
Bereits in der 15. Minute brachte Bilal El Khannouss den VfB in Führung. Nach einem gewonnenen Kopfballduell von Jeltsch legte Deniz Undav mit einer Hacken-Vorlage für den 21-jährigen Marokkaner ab, der von der Strafraumkante unten rechts traf. Die Celtic-Fans, die zunächst stimmungsvoll unterstützt hatten, wurden jedoch nur kurz zum Schweigen gebracht.
Denn VfB-Kapitän Atakan Karazor leistete sich einen folgenschweren Fehler. Am eigenen Strafraum verlor er unnötig den Ball direkt an Benjamin Nygren, der Stuttgart-Torhüter Alexander Nübel umkurvte und zum 1:1 ausglich (21.).
El Khannouss mit Doppelpack und frühe Stadionflucht
Die Stuttgarter Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur sieben Minuten später erhöhte El Khannouss erneut. Eine abgefälschte Flanke von Angelo Stiller landete am Fünfer auf dem Kopf des Marokkaners, der völlig frei zum 2:1 einnickte. Damit steht der Offensivspieler bereits bei fünf Toren in der laufenden Europa-League-Saison.
Besonders bemerkenswert war das Verhalten der Celtic-Fans. Schon nach dem zunächst anerkannten 4:1-Treffer von Ermedin Demirovic – der später wegen Abseits zurückgenommen wurde – verließen erste Anhänger das Stadion. Beim Stand von 1:3 zehn Minuten vor Schluss herrschte bei vielen schottischen Fans dann endgültig Aufbruchstimmung, sodass der Celtic Park sich zunehmend leerte.
Leweling und Tomas setzen den Schlusspunkt
In der zweiten Halbzeit kamen die Schotten zwar besser aus der Kabine und erhöhten den Druck, doch der VfB blieb effektiv. Jamie Leweling erzielte in der 57. Minute aus der Distanz das 3:1, wobei er von einem Patzer von Celtic-Keeper Kasper Schmeichel profitierte. In der Nachspielzeit sorgte Tiago Tomas mit dem 4:1 für endgültig klare Verhältnisse.
Protestaktion und historischer Hintergrund
Kurioserweise wurde das Spiel kurz nach Anpfiff für mehrere Minuten unterbrochen, als aus allen Richtungen Tennisbälle auf den Rasen des Celtic Parks flogen. Hintergrund war ein Protest der Celtic-Ultras gegen die Klubführung, die deshalb auch das Spiel boykottierten.
Mit dem Sieg verdarb Stuttgart zudem das Jubiläum von Celtic-Legende Martin O'Neill. Der 73-jährige Ire, der seit Januar wieder in Glasgow an der Seitenlinie steht, feierte gegen den VfB sein 1000. Spiel als Profi-Trainer – eine bittere Niederlage für den erfahrenen Coach.
In der heimischen Liga steht Celtic als amtierender Meister überraschend nur auf Platz 3. Nach dieser deutlichen Niederlage droht dem schottischen Rekordmeister nun das vorzeitige Europa-Aus gegen den stark auftretenden VfB Stuttgart.



