Emotionale Reaktionen nach Europa-League-Niederlage
Die 1:2-Heimniederlage des VfB Stuttgart gegen den FC Porto im Achtelfinale der Europa League hat tiefe Spuren hinterlassen. Besonders die Spielweise der portugiesischen Gäste sorgte bei den Stuttgarter Spielern für erheblichen Unmut, der sich nach dem Abpfiff in deutlichen Worten entlud.
Undav kritisiert Zeit- und Provokationsspiel
Deniz Undav, der 29-jährige Stürmer des VfB Stuttgart, zeigte sich im Interview mit RTL sichtlich verärgert über das Auftreten der Portugiesen. „Die haben bei jedem Ball versucht, auf Zeit zu spielen“, monierte der Angreifer. „Der Linksverteidiger lag 37-mal auf dem Boden. Dass der Schiri da kaum durchgegriffen hat, ist auch ein Witz. Vor allem, weil wir ihm das hundertmal gesagt haben.“
Die Kritik des Stuttgarter Stürmers bezieht sich auf mehrere kontroverse Szenen während der Partie. Nach beiden Toren in der ersten Halbzeit jubelten die Porto-Spieler ausgiebig und provokant vor der Stuttgarter Fan-Kurve. Ab der Führung nutzte der Tabellenführer der portugiesischen Liga nahezu jede Gelegenheit, um das Spieltempo zu verlangsamen und den Spielfluss der Schwaben zu unterbrechen.
Stillers zurückhaltende Kritik
Auch der sonst besonnene Angelo Stiller, mit 24 Jahren ein Schlüsselspieler im Mittelfeld des VfB, musste sich nach eigenen Angaben deutlich zusammenreißen. Über das Auftreten der portugiesischen Mannschaft sagte Stiller: „Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die so auftritt. Wir machen alles, um am Donnerstag weiterzukommen. Das habe ich selten erlebt. Ich weiß nicht, ob die das nötig haben.“
Auf die Frage, wie sehr er sich gerade zügeln müsse, antwortete der Mittelfeldspieler mit verhaltener Kritik: „Man muss sachlich bleiben. Wenn ich jetzt klar meine Meinung sage, muss man zahlen. Deswegen muss ich sachlich bleiben und nicht zu emotional reden.“
Konkrete Vorwürfe gegen Porto-Spieler
Im Zentrum der Kritik steht insbesondere Porto-Linksverteidiger Zaidu, der das Spiel dreimal für mehrere Minuten unterbrach, nachdem er – angeblich verletzt – zu Boden gegangen war. Eine Auswechslung des Spielers erfolgte jedoch nicht, was bei den Stuttgart-Verantwortlichen für zusätzlichen Unmut sorgte.
Die taktische Ausrichtung der Portugiesen, die zwischen cleverem Spiel und unfairem Verhalten schwankte, erwies sich als effektiv: Porto gelang es, den rhythmischen Spielaufbau der Stuttgarter nachhaltig zu stören und die Partie auf die eigene Seite zu ziehen.
Stuttgarts Plan für das Rückspiel
Trotz der emotional aufgeladenen Situation blickt der VfB Stuttgart mit Entschlossenheit auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag. Deniz Undav skizzierte den Matchplan für die Rückkehrbegegnung in Portugal deutlich: „Wir müssen genauso eklig sein und provozieren. Dann können wir gegen die gewinnen. Weil fußballerisch sind die nicht besser als wir, aber sie sind ekliger und arbeiten alle zusammen zurück. Wir müssen jetzt dagegenhalten.“
Die Stuttgarter Mannschaft steht damit vor der Herausforderung, die berechtigte Wut über die Niederlage in positive Energie für das Rückspiel umzuwandeln, ohne dabei die emotionale Balance zu verlieren. Die Europa-League-Partie verspricht damit nicht nur sportlich, sondern auch psychologisch ein hochspannendes Duell zu werden.



